Ich bin Jasper oder Chaplin, wie mich hier die Menschenmama nennt. An meine Vergangenheit mag ich mich nicht näher erinnern.  Glücklicherweise kam ich vor einigen Monaten in eine nette Familie mit vielen Hunden, die alle genau wie ich aussahen. Sie lehrten mich , wie schön und lustig ein Rudelleben sein kann und dass auch nette Zweibeiner gibt.  Besonders die Zweibeiner mit den tiefen Stimmen aber sind es, die  mir noch immer Angst machen. Ich belle  zwar nicht mehr , bleibe aber vorsichtshalber lieber weiter weg. Und um diese Angst abzubauen bin ich hier.  

         27.9.

Die Menschenmama fährt mit mir auf die Hundewiese . Dort darf ich auch mit vielen anderen Hunden spielen, laufen und wild herumtoben. Das macht mir Spass. Sie sind alle lieb und ich verstehe mich gut mit ihnen.

Den unbekannten Menschen, Holzbänken, den Mülleimern  nähere ich mich aber nur sehr sehr vorsichtig. Ich habe Angst vor allem Unbekannten, diagnostiziert die Menschenmama. Sie sieht das, weil  mein Körper gaanz lang wird und ich  mein Schwänzchen ganz fest zwischen die Beine klemme. 

"Wuff!  Vorsicht ! Wuff "Gefahr",  laut und deutlich belle ich. Die Menschenmama muss  gewarnt werden , denn unbekannte Zweibeiner nähern sich uns . Sie aber bleibt stehen und fürchtet sich nicht,  unterhält sich sogar mit diesen Zweibeiner. Mein aufgeregtes Bellen und Herumgespringen  ignoriert sie dabei völlig  und hört gar nicht auf mich. Sobald ich aber still näher komme und neben ihr und den Fremden gehe, lobt sie mich.

"Brrraaaaver Chaplin, feeeiiiiner Chaplin, "   Phuuuhh tut das gut ! Ob ich da schon etwas richtig mache ?   

Ich bin zu dünn, durch den Stress und bekomme , damit ich mich ein bisschen entspannen kann ein Nahrungsergänzungsmittel . Das Zeug schmeckt ganz gut, besonders wenn es in etwas Leckerem verpackt ist.  Auch die  Globuli, die ich ins Mäulchen gesteckt bekomme, sollen mir helfen, meine Angst zu besiegen . 

30.9. Ich habe kein konkruentes Verhalten und  bedeutet, dass ich einerseits aus Angst belle und sehr misstraurisch, aaber doch neugierig bin. Und damit ich das alles die Reihe bekomme, muss ich bellen , aufgeregt herumhüpfen und dabei einen gaaanz langen Körper machen. Nachdem ich so aufgeregt bin , kann ich auch nicht hören, was man mir in dieser Situation sagen würde. Im Gegenteil laute Stimmen würden mich noch schusseliger machen.

Merke: Ein Organismus kann nur in Entspannung lernen und da ist es egal,  ob es sich dabei um einen Zwei-oder Vierbeiner handelt. Und damit ich mich gut entspanne und aufmerksam bin , setzt die Menschenmama auf Körpersprache und Vertrauen.

Wenn ich belle und aufgeregt auf der Hundewiese um die Menschenmama und den Fremden herumhüpfe, dann bleibt sie  stehen, sieht mich an und geht einen Schritt auf mich zu.  Chaplin nneinn, sagt sie dabei freundlich , aber auch klar. 

Und geht mit völlig entspannter Körperhaltung und mich gar nicht beachtend,  fröhlich plaudernd weiter.  Sofort entspanne dabei auch ich mich, denn diese Haltung bedeutet für mich Sicherheit  Die Menschenmama hat auch die fremden Menschen gebeten , mich in keiner Weise zu beachten und auch gar nichts zu mir zu sagen. Und da mich niemand ansieht, anspricht oder gar anfasst , traue ich mich näher und näher zu kommen. Und wenn ich ganz ganz ruhig dabei bin , dann ja dann höre ich wieder dieses freundliche und mir  sooo gut tuende Chaplin brrraaaav, Chaplin feiiiin .