Das Tierheim in Miskolc (Ungarn)
Das Tierheim Miskolc ("Miskolci Àllatsegítö Alapítvány") wurde im Jahr 2000
gegründet und beherbergt zwischen 180 und 220 Hunde. Es liegt am Ortseingang von
Miskolc auf einer Anhöhe.
Das Tierheim besteht aus selbstgebauten Zwingern,
die mit Wellblech notdürftig überdacht wurden. Die Hundehütten sind alle selbst
gebaut, aus dünnen Spanplatten und nicht isoliert.
Im Jahr 2004 hat ein leichtes Erdbeben die Region erschüttert und führte
dazu, dass das damalige Tierheimgebäude mit ungefähr der Hälfte der Zwinger
abgerutscht ist.
In den Folgejahren sackte das Gelände immer weiter ab, so
dass inzwischen ein Höhenunterschied von ca. 10 m entstanden ist und er wird
fast täglich größer.
Das Hauptgebäude wurde dabei völlig zerstört und seit
der Zeit gibt es kein Wasser und kein Gas mehr im Tierheim.
Man fängt Regenwasser in großen Fässern und alles, was so nicht gesammelt
werden kann, muss von den Helfern mitgebracht werden.
Es gibt zwei kleine Baracken, in denen sich ein Raum für operierte Hunde
befindet. Im Nebenraum ist das provisorische Büro untergebracht und die Arbeiter
können sich dort aufhalten und sich mal hinsetzen. In diesen beiden Räumen gibt
es Strom, so dass die kranken Tiere und die Arbeiter sich zumindest mal wärmen
können.
Hinter diesen Baracken befindet sich ein Unterstand, in dem in Wannen altes
Brot gesammelt wird für die Hunde und ein überdachter Lagerraum, in dem Futter
einigermaßen trocken untergebracht werden kann. Leider gibt es davon viel zu
wenig, so dass man auf Essensreste aus Restaurants angewiesen ist. In großen
Trögen werden Schweineknochen abgekocht, um Bakterien zu töten.
Neben dem Tierheimbetrieb steht ein altes Auto zur Verfügung, welches als
Tierambulanz genutzt wird. Rita Horváth ist fast rund um die Uhr im Einsatz, um
verletzten Tieren zu helfen und in den seltensten Fällen wird das irgendwie
vergütet. Meist bekommt das Tierheim nicht mal die Spritkosten ersetzt, wenn man
zu einem weiter entfernten Unfall gerufen wird.
Den Helfern des Tierheims wird unglaublich viel abverlangt und die
Arbeitsbedingungen sind unvorstellbar. Trotzdem versucht man alles, um den
Tieren das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Kaum zu schaffen ohne
Decken, Futter, Medikamente usw. Es bleibt nur viel Zuspruch und
Streicheleinheiten zu verteilen, aber damit wird nicht gespart.
Seit 2006 steht dem Tierheim ein Gelände am anderen Ende von Miskolc zur
Verfügung, auf dem ein neues Tierheim errichtet werden kann. Gelingt dies
innerhalb von 5 Jahren, wird das Gelände dem Tierheim überschrieben.
Bisher
steht das Fundament der neuen Gebäude. Aber um so weit zu kommen, dass zumindest
das Herz des neuen Tierheims mit Büro und Hundehäusern genutzt werden kann,
fehlen noch gut 40.000 Euro.
Ein weiter Weg in kurzer Zeit.
Bisher blieb dem Tierheim leider regelmäßige Hilfe von außen verwehrt. Man
vermutet, dass es an der großen Distanz zur Österreichischen Grenze liegt.
Miskolc liegt direkt an der Grenze zur Slowakei, etwa 1,5 Autostunden von
Budapest entfernt.
Trotz großer Eigeninitiative, vielen Werbeveranstaltungen
und großem Einsatz, kommt man ohne Hilfe nicht mehr zurecht. Insbesondere seit
der Katastrophe vor 4 Jahren.