WEIHNACHTSBRIEF 2010



Alle Jahre wieder freue ich mich, Dir , Ihnen, meine Aktivitäten und Erfolge des vergangenen Jahres mitteilen zu dürfen .

Eine besonders schöne und berührende Geschichte ist die Geschichte von Hugo, dem älteren Golden Retriever und Julchen, einer braunen Labradorhündin.. Bereits im Januar meldete sich eine nette Interessentin, die Hugo, den älteren Golden Retriever, adoptieren wollte.

Hugo lebte damals bereits seit Monaten bei mir. Nachdem der Hund sein bisheriges Heim nach 10 Jahren verloren hatte und Schlimmes drohte, nahm ich ihn zu mir.

Ein älteres Tier in gute Hände zu vermitteln ist nicht leicht und so freute ich mich sehr, für Hugo ein so liebevolles Zuhause gefunden zu haben. Die Dame hatte sogar die Absicht , noch einen weiteren Hund aufnehmen zu wollen. Hugo sollte auch noch einen tierischen Kameraden bekommen !

Zufällig erfuhr ich zu diesem Zeitpunkt von einer Labradorhündin in großer Not. In Absprache mit der Dame und der Option auch für dieses Tier bereits ein Zuhause zu haben, holte ich auch dieses Tier zu mir.

Als ich die Hündin zum erstem Mal sah war ich entsetzt., denn sie war in einem erbärmlichen gesundheitlichen Zustand.. Plump und unförmig die Figur. Und schlaff hing das bedingt durch viel zu viele Geburten völlig ausgezerrte Gesäuge an ihr herunter. Ein trauriger Anblick . Und dazu der leere, teilnahmslose Blick einer gequälten Kreatur. Es war eine Hündin aus Vermehrerzucht !

Ich nannte die bedauernswerte Hündin Julchen. Und als ich sie am nächsten Tag meiner Tierärztin vorstellte, wurde schnell klar, dass sie lange Zeit, kostenintensiv behandlungsbedürftig sein würde. Wie lange dies dauern würde, konnte ich zu dem Zeitpunkt allerdings nicht ahnen. .


Mit Julchen kam auch ihr völlig untergewichtiger, viel zu kleiner Welpe mit ins Haus . Im Alter von 3 Monaten brachte dieses Geschöpf nur 4,70 kg auf die Waage. Ein zitterndes, wärmesuchendes Hundekind . Sie war so klein und dünn, dass sie in das Mäntelchen eines Kleinpudels passte. Kathy, so nannte ich sie, konnte kein Futter bei sich behalten und nahm aus dem Grund auch nicht zu. Zu klein und zu krank, um verkauft werden zu können. Für den Vermehrer waren beide Tiere wertlos geworden. Mit der Zeit gewann sie dann doch an Gewicht und konnte von mir vermittelt werden.


Meine Tierärztin erkannte den kritischen Zustand der beiden Tiere. Aber wie viele Tierarztbesuche, Labortests , Medikamente und insgesamt drei Operationen für Julchen notwendig sein würden, bis vermittelt werden konnten, ahnten wir beide nicht.


Letztendlich dauerte es bis Ende November , also mehr als 10 Monate bis Julchen mit Hugo in ihr neues Zuhause ziehen konnte. Die Adoption der beiden Tiere verzögerten sich aber auch aus anderen Gründen.Ein Umbau, der es ermöglichen sollte, die beiden Hunde direkt in den Garten laufen zu lassen, stellte sich als unverhofft schwierig heraus und verzögerte sich um Monate. Diese Monate waren aber auch nötig, um dem zukünftigen Frauchen einen Aufenthalt in einer Rehaklinik zu ermöglichen, um nach einer Operation wieder fest auf den Füßen stehen und gehen zu können. Einen wesentlichen Anteil an Motivation war dabei die Erwartung und die Freude an den zukünftigen vierbeinigen Hausgenossen .


Und ich entdeckte mit der Aufnahme von Julchen und der kleinen Katie eine Welt, die ich mir zuvor zuvor noch nicht so sehr bekannt war. Viel Tierelend hatte ich zwar bereits gesehen und erlebt. Tiere aus Tötungsstationen mit all ihren körperlichen und seelischen Problemen waren mir im in den 10 Jahren intensiver Tierschutzarbeit gut vertraut geworden. Aber die Welt der Rassehunde aus tierverachtender Massenzucht mit all ihren häßlichen Tatsachen war mir noch relativ neu.


Als Tierfreund oder Tierschützer sehe ich generell die Zucht und somit den ständigen Nachschub an Hunden eher kritisch, aber es besteht meiner Meinung nach ein großer Unterschied zwischen einem seriösem Züchter und einem Vermehrer. Ein seriöser Züchter unterliegt einer genauen Zuchtordnung und darf nur beschränkt und in Abständen mit seiner Hündin züchten. Er zieht seine Welpen sorgfältig auf und gibt sie entwurmt und altersmäßig geimpft ab. Ein Vermehrer hält sich an derartige Regeln nicht und versucht die Hündin so oft als möglich zu decken, um So viel als möglich an Profit aus ihr zu schlagen.

Das Problem der vielen unerwünschten Rassehunden liegt aber auch am Käufer, der den billig gezüchteten Welpen vom Vermehrer „ haben will“ und nicht bereit ist, diesen bei einem seriösen Züchter zu erwerben.



Über Julchen und das allgemeine Elend der Tiere aus Vermehrerzucht habe ich in diesem Jahr oft in meinem Tagebuch auf meiner Webseite geschrieben. Und auch liebe Menschen gefunden, die mich dabei verstanden und unterstützthaben.. Das Thema ist für mich in dem Jahr besonders brisant geworden, denn bei all den Tieren die aus einer Laune heraus angeschafft werden und die nach kurzer Zeit dieses Zuhause, wieder verlieren, scheinen mir diese Tiere besonders gefährdet zu sein.

Ich betrachte es auch als Sysyphusarbeit, immer wieder Tiere hier bei mir aufzunehmen, aufzupäppeln, zu stabilisieren und dabei das große Elend, die ungezügelte Vermehrung der Hunde außer Acht zu lassen. Und so habe und werde ich immer wieder versuchen auf dieses Problem hinzuweisen. Es liegt an uns allen, dem Einhalt zu gebieten und kann nicht nur in den Händen von Tierschützern liegen.



Mein Hunderudel besteht aus älteren und jüngeren Tieren, die bei und mit mir gemeinsam im Haushalt leben. Trennen, kann und mag ich sie nicht und so muss akribisch überlegt werden, welche Tiere gerade ins momentan aktuelle Rudel passen. Die Anzahl der Tiere, denen ich helfen kann , ist dadurch natürlich begrenzt. Aber immer dann, wenn eines meiner Schützlinge ein neues Zuhause findet , kann ich einem weiteren Tier helfen, es aufnehmen , aufpäppeln und weitervermitteln.

Ob und wann ich diese Menschen finde, denen ich meine Schützlinge anvertraue, weiss ich nicht und so betrachte ich alle Hunde, die bei und mit mir leben, immer als meine eigenen Tiere. Hunde die zu mir kommen haben deshalb immer die Option, solange als notwendig bei mir bleiben zu dürfen, bzw. wenn an eine Vermittlung nicht gedacht werden kann, ein Zuhause für immer bei mir zu finden.

Für viele meiner Schützlinge wurde auch in diesem Jahr der Traum ein liebevolles Heim zu finden , wahr.

Manche sind in liebevolle Hände ganz in meiner Nähe gekommen, so dass ich sie in ihrem neuen Zuhause besuchen kann. Andere haben sogar zu zweit als Paar ein neues Zuhause gefunden. Einige sind von sorgsam ausgewählten neuen Besitzern und Besitzerinnen in die weite Welt, von der Steiermark bis Norddeutschland geholt worden. Bei allen bin ich mir sicher, dass meine Hunde die richtigen Menschen und ein wunderbares neues Umfeld gefunden haben.

Oli und Isabella, Platon und Charlotte, Kathy, Lola und Tashi, Alice, Basti , Vilmos , Sunny, Kira, Moritz, Gala, Rosie, Tina, Tibo ,Xanderl, Rudolph, und viele weitere Hunde konnten eine eigene Familie finden. Sie alle waren einst Tiere ohne Heimat und Hoffnung. Ausgesetzt. oder abgeschoben.

Ich danke allen, die meinen Hunden eine neue Heimat gegeben haben und ich danke allen, die mich und meine Hunde in welcher Weise auch immer unterstützt haben.

Durch ihre/euere Hilfe habe ich die Möglichkeit weiteren Tieren in Not zu helfen .

Mit Deiner, Ihrer Hilfe und der notwendigen, finanziellen Unterstützung hoffe ich auch im nächsten Jahr meine Tierschutzarbeit weiterführen zu können.

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Ein Frohes Fest wünscht Dir, Ihnen

Ines Holzer



Tierhoffnung Ines

Raiffeisenbank Mattigtal

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