Alte Schätzchen , brauchen auch ein Plätzchen !

"Wie alt ist dieser Hund und kann der sich noch an eine neue Familie gewöhnen ", sind Standardfragen, die es ständig zu beantworten gilt. Nicht nur erwachsene, sondern auch ältere Tiere können durchaus noch in eine Familie integriert werden. 

Ihre Lebenserfahrung, Ruhe und Gelassenheit macht sie zu ganz besonderen Begleitern. Die Vehemenz, mit der sich ihre Belange durchzusetzen versuchen, ihre oft  liebenswerte Schrulligkeit ist es, an der man sich erfreuen kann. Die Aufnahme eines Seniorhundes ist auch eine Möglichkeit , nur für eine absehbare Zeit die Verantwortung für ein kleines Wesen übernehmen zu müssen.

Das Zusammenleben mit einem älteren Tier ermöglicht aber auch die eine Annäherung an die eigene Sterblichkeit, die in unserer Kultur so vehement ausgeklammert wird. Das Leben mit einem älteren Hund wird also generell auch eine Übung des Loslassens bedeuten, da der gemeinsame Weg ein kürzerer sein wird. 

Diese beiden kleinen Hunde sind zusammen an die 3O Jahre alt, ihre Ansprüche anders als der junger Tiere. Beide erfreuen sich noch bester Gesundheit, lieben es ihre kurzen Gassirunden zu drehen und in gemütlichen, weichen Körbchen ihre Tage zu verdösen.  Man hat einfach Zeit . 

Die Treppe rauf oder runter,  schaffen sie beide nicht mehr und müssen getragen werden.  Hier am Foto  warten sie schon ungeduldig  darauf . 

Tsobo, der schwarze Hund, verlor sein Zuhause, als sein Frauchen ins Pflegeheim kam. Die schon damals alte Dame hat nochmals einem kleinen Welpen ein Zuhause gegeben.  Adelina, die kleine helle Hündin und die für mich die hübscheste Hundeomi der Welt, wurde aus einer spanischen Perrera gerettet.

Einige Wochen nur, war damals die prognostizierte Lebenserwartung , die in einem  traurigen Zustand ankam. Diese Prognose hat Adelina nun bereits seit fast zwei Jahren überlebt.

Wenn ihre Zeit gekommen sein wird, werde ich sie zwar traurig , aber auch glücklich,  über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Glücklich deshalb, weil ich ihr noch eine schöne Zeit schenken konnte und Ihren freigewordenen Platz wird ein anderes altes Tier in Not einnehmen können. 

Mein kleines Hausfaktotum, meine kleine Queen Mum Adelina steht für alle alten Hunde, die auch noch ein letztes Zuhause brauchen und soll Mut machen, auch einem alten Tier eine Chance zu geben.     



Eine Perrera ist eine Tötungsstation .

In einer Perrera kann man in Spanien sein überflüssig gewordenes Haustieres einfach abgeben. Aber auch Fundhunde landen dort und viele Jagdhunde am Ende der Jagdsaison. Es gibt sehr viele dieser traurigen Einrichtungen, eine davon, die ihren Namen noch zu Recht trägt, befindet sich in Cadiz.  Hier findet man kleine und große, alte und junge, wuschelige und kurzhaarige, Rasse-und Mischlingshunde.  Sie alle sitzen mit fragenden, traurigen Augen hinter harten Gitterstäben und können nicht verstehen,  weshalb sie nun plötzlich hier gelandet sind. Manche wedeln wie verrückt, springen am Gitter empor, einige sitzen mit großen,fragenden Augen da und es gibt Hunde,  die sich schon selber aufgegeben haben und depressiv in einer Ecke hocken. Sie sind der lebender Abfall unserere menschlicher Gesellschaft , einst heiß geliebt, nun weggeworfen und möglicherweise bereits ersetzt.

Tierschützer in Spanien und Deutschland haben es sich zur Aufgabe gemacht, einigen dieser armen, unschuldigen Tiere ein Weiterleben in Würde zu ermöglichen. Dieses Projekt bedarf der Mitarbeit  engagierter und mitfühlender Menschen, ohne Antje in Barcelona wäre es   unmöglich. Nachdem die Tiere aus der Perrera freigekauft sind, müssen sie zwischenzeitlich in einer Hundepension untergebracht werden. Dort werden sie erstversorgt, geimpft , gechipt und auf Mittelmeerkrankheiten getestet. Auch ein großes Blutbild wird gefertigt. Das alles dauert in der Regel 4 Wochen , danach kann die Reise in die Zukunft  angetreten werden.  

Leider schaffen es manche trotz all unserer Mühe nicht und sind in der Zwischenzeit verstorben, wurden trotz Reservierung doch getötet,  bevor wir sie retten konnten . Warum, weshalb , wir wissen es leider auch nicht.

Ein Blick in treue Hundeaugen ist aber all die  Mühe wert  und unsere Motivation weiteren hilflosen Tieren in Not helfen zu wollen.   


Olivia noch in der Tötungsstation



In diesem verfilzten Zustand kommt Tinta an


Wer verbirgt sich darunter ?

Undurchlässige Filzmatten umgeben den Hund. Tinta muss geradezu aus dem Pelz geschnitten werden.

 


Unter all den vielen, verfilzten und mit Schmutz zu einer betonharten Masse verklebten Haaren kommt ein klitzekleines Hundemädchen hervor . Staunend und noch misstraurisch betrachtet es die Welt.


Der Haarberg ist größer als Tinta .

Wer so lange hinter einem Haarvorhang verborgen war , sucht nun Schutz unter einer Decke .

Vorsichtig lugt die hübsche Tinta da aber schon mal neugierig hervor.
 


Passt dieser Hund zu mir..?

Ob groß, oder klein, ist oftmals nicht so sehr die Frage als die Ansprüche,  die der Hund  an seinen Menschen stellt.  Die "Hobbys" und der Charakter von Mensch und Hund  sollten zusammenpassen, dann steht ein langjährigen glücklichen Verbindung nichts mehr im Wege.

Einer der Gründe, weshalb Tiere überhaupt in Bedrängnis geraten, ausgesetzt und misshandelt werden ist wohl damit zu beantworten. Und so wird ein eher gemütlicher Mensch mit einem Möpschen vermutlich glücklicher werden , als mit einem sportlichem Husky.  Und so mancher Mensch war schon überfordert von seinem quirligen Jack Russel Terrier, den er sich als gemütlichen und pflegeleichten, weil kurzhaarigen Familienhund vorgestellt hat . 

Der Leidtragende dabei ist aber immer das Tier, es landet im Tierheim, wird ausgesetzt , misshandelt und kommt in die Tötungsstation. Seriöse Tiervermittler und Pflegestellen kennen in der Regel Ihre Schützlinge und können Charakter und Bedürfnisse des Tieres genau beschreiben, da sie in engem Kontakt mit den Tieren leben.

Ein hübsches Hundefoto, der nette Hund vom Nachbarn, eine Fernsehwerbung mit irgendeiner Moderasse sollte nicht das Kriterium sein, sich einen Hund "anschaffen" zu wollen.

Das Zusammenleben mit einem Hund ist also viel mehr als ein vierbeiniges Wesen an der Leine herumzuführen und eine Dose Hundefutter für ihn aufzumachen. Es  handelt sich vielmehr um das Kennenlernen einer hochsozialisierten Spezies, die sich vor Jahrtausenden entschieden hat, sich ganz eng dem Menschen anzuschließen und mit ihm eine Partnerschaft  einzugehen, wovon beide Mensch und Tier profitierten.



Ferdinand darf leben !!!

Stier Ferdinand , der friedlich und verträumt an einer duftenden Blume riecht , das war die Vorstellung der engagierten Tierschützerin Christine, als sie sich Hals über Kopf in....ein Stierkalb verliebte.  Einem sogenannten "Nutztier" einen Namen und ein  Gesicht zu geben und es dann auch noch vor dem Schlachter retten zu wollen , ist  schwierig, wenn nicht gar  unmöglich. Die tristen und traurigen Zustände in so manch heimischen Bauernhof hatten die gepflegte Stadtlady dazu bewogen, selber Hand mit anzulegen und die Gegebenheiten auf einem kleinen Bauernhof verbessern zu wollen.  Zugige Fenster mußten repariert, frisches Heu eingestreut ... Arbeiten , die auf einem Bauernhof täglich anfallen. Motivation dabei war reinste Tierliebe, weg vom selber haben wollen und hin zum helfen wollen . Christine, die gute Fee stand täglich im Stall und erfreute sich an den zufriedenen Tiere .  Eine Idylle,  die  in der Geburt eines kleinen Kälbchen`s gipfeln sollte. Sie nannte ihn Ferdinand und er erinnerte sie an eine Kindergeschichte.   An Ferdinand, den Stier, der weder böse und noch wild werden wollte, sondern nur an den Blumen riechen wollte.  Eines Tages enden alle Märchen und Ferdinand sollte zum Schlachter gefahren werden . Ein Wettlauf um Ferdinands Leben begann und konnte gewonnen werden.
Ferdinand  soll nun als Symbol für viele arme Schlachttiere stehen , einer der ein Gesicht und einen Namen bekommen hat.

Ferdinand ist kein geschundenes Tier durch halb Europa gekarrt. Sein Fleisch danach fein säuberlich auf eine Tasse gepackt.

Solange es Schlachthäuser gibt, solange wird es auch Schlachtfelder geben , sagte Tolstoi. 
Wie es wohl wäre, wenn sie alle ein Gesicht und einen Namen hätten ?