August 2011 So ein Pechvogel .........!!!!!!
Zusammengekauert saß ein geradezu undefinierbares Etwas in einer Ecke .
Es handelte sich um einen Hund und die Ecke war auch nicht irgendeine
Ecke in irgendeinem Raum . Sie befand sich in einer Perrera .
Wir nennen sie Tötungsstation , denn dies ist die Bestimmung dieser in
Spanien weit verbreiteten Einrichtung und bedeutet für viele Hunde das sichere
Ende. Hier kann das einst so geliebte Haustier abgegeben.
Endstation für die Ware Hund, einst mit viel Freude angeschafft nun
abgeliebt und ausgedient . Das kleine schmutzige und völlig verfilzte
Bündel drückte sich in die Ecke . Versuchte sich vor dem harten
kalten Wasserstrahl mit dem die Arbeiter die Exkremente wegzuspülen pflegten, in
Sicherheit zu bringen Ab und an kam ein Mensch und warf Trockenfutter auf
den Boden . Flink mußte er dabei sein, denn die Rationen waren karg
gehalten. Und nur die Stärksten unter seinen Schicksalsgenossen
bekamen genug zu fressen. Der kleine Hund hatte immer wieder beobachtet, wie der
eine oder andere Hund von dem Arbeiter aus dem Zwinger geholt wurde und nicht
mehr zurück kam.
Manchmal aber kam ein Zweibeiner, der
ihn fotografierte, freundlich mit ihm sprach und durch die
Gitterstäbe streichelte. In solchen Momenten freute er sich, wedelte
mit seinem Stummelschwänzchen und hoffte den Zwinger verlassen zu dürfen .
Und eines Tages war es dann soweit. Der kleine weiße Wuschelhund wurde von
Tierschützern aus der Perrera rausgekauft und war somit gerettet.
So oder so ähnlich wird die Geschichte von dem kleinen verfilzten Hund aus
Andalusien gewesen sein, bevor er in unsere Auffangstation in Barcelona gebracht
wurde.
Diese Auffangstation ist eigentlich eine Hundepension in der wir Zwinger
anmieten , um unsere geretteten Hunde aus der Tötungsstation, für die
Ausreise vorbereiten zu können.
Als er dort ankam mußte er von all seinem verfilzten Fell befreit werden. Es
stellte sich heraus, das er nicht nur rappeldürr, sondern auch
ein verletztes Beinchen hatte.

Grund genug für mich, ihn so schnell als möglich aus der Hundepension und in
meine Obhut zu holen . Und nachdem er für Ausreise ausreichend vorbereitet war ,
d.h . vollständig geimpft , Mittelmeertest, gechipt und seinen persönlichen Eu
Pass erhalten hatte, durfte er seinen Flug in ein hoffentlich besseres
Leben antreten .
März 2011 .......Neues von Hugo und Julchen , nun Jule genannt.
Wie bereits in meinem Weihnachtsbrief berichtet, haben Hugo
und Julchen gemeinsam ein wunderbares Zuhause gefunden.

Liebe Ines,
wir wollen uns endlich einmal aus unserer neuen Heimat melden. Wir
entschuldigen uns auch für die Verspätung, aber es gibt hier so viel Neues, das
kannst Du Dir gar nicht vorstellen.
Zunächst war die Fahrt in die neue Heimat ganz schön lang. Hin und wieder
haben Jule und ich mal den Kopf hochgestreckt, um zu sehen was da los ist. Unser
neues Frauchen hat uns dann gut zugeredet und so haben wir einfach
weitergeschlafen. Endlich zu Hause angekommen, hat sie uns aus dem Auto gehoben,
damit wir schnellstens unser „Geschäft“ erledigen konnten. Hugo brauchte
natürlich ewig lange, weil er an jedem einzelnen Grashalm schnuppern musste. Im
Haus gab es dann viel zu entdecken. Diese neuen Gerüche, also einfach umwerfend.
Wir haben jedes Zimmer inspiziert, während Frauchen uns noch eine kleine
Mahlzeit zubereitet hat. In einem Zimmer war die Katze untergebracht. Die war
nicht so interessant, auch wenn sie vor uns Angst hat, aber das Katzenklo.......
Welch eine Wonne!!!!!! Anscheinend waren wir zu laut, aber nur, weil Hugo seinen
Kopf nicht aus der Öffnung bekam. Also hat Frauchen uns entdeckt!! Geschimpft
hat sie wie ein „Rohrsspatz“, aber was solls. Dieser Geruch war einfach
unwiderstehlich. Das haben wir irgendwann noch einmal versucht. Aber seitdem
macht sie immer die Tür zu. Schade eigentlich....
Dann hat Frauchen uns unseren Schlafplatz gezeigt. Sie hatte zwei große,
dicke, kuschelige Decken aufeinandergelegt, die Jule und ich uns für die erste
Nacht teilten. Aber Jule gefiel das nicht so besonders. Irgendwie wurde sie auch
anders und begann Abstand zu halten.
Einige Tage später, am 1. Dezember, wusste Frauchen auch warum. Jule war
unpässlich.
Sie hinterließ ihre Spuren überall. Das dauerte dann drei Wochen an. Aber
mich interessierte das nicht die Bohne. Bin ja schließlich auch nicht mehr der
Jüngste! Naja, also an unserem ersten richtigen Tag im neuen Zuhause ging es
dann erst einmal in den Garten. Das war vielleicht toll! Die Büsche und
Sträucher und andere Pflanzen waren für uns ja noch neu. Man kann sich da gut
verstecken und schnüffeln bis der Arzt kommt. Hugo hat sein Talent als
Landschaftsgärtner auch schon bewiesen. Frauchen meinte, wenn er so weiter an
den Ästchen knabbert, braucht sie im Frühjahr keinen Gärtner zu holen, der die
Büsche zurückschneidet. Einen Teich gibt es da auch. Leider ist er jetzt
zugefroren. Hugo stört das aber nicht, er „testet“ manchmal, ob man noch drauf
stehen kann. Momentan gibt es hier überhaupt viel Schnee. Jule geht zwar gerne
raus, wenn Frauchen mitgeht, ansonsten ist sie aber auch die Erste, die wieder
drin ist. Ich dagegen liebe den Schnee. Ich kann mich so schön drin wälzen.
Frauchen spielt immer Ball mit uns, oder will es zumindest! Für so einen
Kinderkram bin ich natürlich zu alt. Ich spiele lieber fangen. Aber Jule, die
hat ganz schnell kapiert, wenn sie den Ball zu Frauchen zurückbringt, dann wird
sie ganz doll gelobt, und Frauchen wirft den Ball wieder weg. Jule kann Sprünge
machen, wenn sie sich freut. Es ist eine wahre Pracht das zu beobachten! Jule
ist auch die Erste, die morgens an Frauchens Bett steht und mit dem „Propeller“
wedelt, um ihre Streicheleinheiten abzuholen. Ich genieße das langsame
Aufwachen!
Unser Tagesablauf ist eigentlich ganz einfach zu merken, aber dennoch nicht
langweilig.
Morgens macht Frauchen die Tür auf, nach den Streicheleinheiten, damit wir
rauskönnen. In der Zwischenzeit macht sie Frühstück. Jeden Tag gibt es eine
andere Fleischsorte, aber immer ist ein Apfel oder Gemüse dabei. Frauchen macht
dann noch Dinkel oder andere Cerealien dazu. Hmmmmh lecker. Wir streiten uns
auch nicht mehr. Die beiden ersten Tage war das für Frauchen etwas beängstigend.
Zwar hatte jeder von uns seine eigene Schüssel,
aber Hugo „wie Jule in die Schranken“ wenn sie nur mal schnuppern wollte.
Selbst als seine Schüssel schon leer war und Jule kam in die Nähe, dröhnte ein
warnendes Bellen aus Hugos Richtung. Dann hat Frauchen die Schüsseln ein paar
Meter auseinander gestellt und bei Hugo mehr Wasser zugegeben, damit er länger
beschäftigt ist. Er kontrolliert zwar noch, ob Jule auch alles
aufgefressen hat, aber es gibt kein Gebell mehr. Naja, wir wissen ja inzwischen,
dass wir nicht mehr teilen müssen und Frauchen füttert uns ja.
Also, weiter im Tagesablauf. Wenn Frauchen zur Arbeit geht, gibt sie uns ein
Stück wohlriechenden Pansen...... Dann gehen wir auf unsere Decken (wir haben
inzwischen getrennte Schlafplätze) und machen ein Nickerchen. Um die Mittagszeit
kommt Oma. Sie lässt uns in den Garten, erzählt uns Geschickten, gibt uns ein
Leckerli und natürlich Streicheleinheiten. Wir würden gerne draußen mit ihr
spielen, aber das wollen wir der „alten Dame“ mit ihren 83 Jahren nicht zumuten.
Nachmittags kommt Andrea, Mamas Freundin. Das ist eine Ulknudel! Die geht mit
uns spazieren und erzählt und erzählt und erzählt...... Sie hat es immer noch
nicht geschnallt, dass Hugo lieber schnuppert und seine Spaziergänge langsam
macht. Jule dagegen gerne „in alle Richtungen“ läuft. Aber Hauptsache unterwegs.
Irgendwann kapiert Andrea das vielleicht..... Nach dem Spaziergang sind
wir natürlich auch wieder müde. Dann schlafen wir bis Frauchen kommt. Wir kennen
das Auto und wissen, dass sie an der Tür ist. Da brauchen wir gar nicht erst zu
bellen. Jule freut sich dann schon riesig. Ich dagegen „verschlafe“ Frauchens
Ankunft hin und wieder. Dann gibt es erst mal Streicheleinheiten und danach geht
sie mit uns raus. Wenn wir fertig sind gehen wir gemeinsam in die Küche, denn es
gibt ja die kleine Abendmahlzeit, meistens Reis mit Quark oder einem Ei. Wir
legen uns dann in die Tür bis das Essen fertig ist. Alles Taktik, damit Frauchen
nicht auf die Idee kommt abzuhauen! Danach lassen wir Frauchen ihr Abendessen
genießen. Bevor wir schlafen gehen gibt es natürlich unsere wohlverdienten
Streicheleinheiten. Da bestehen wir drauf! Übrigens, wir schlafen immer noch in
Frauchens Schlafzimmer. Am Wochenende treffen wir dann andere Hunde. Da gibt es
schon einige in der Nachbarschaft. Frauchen lässt uns aber nur mit denen
spielen, die sie kennt und von denen sie weiß, sie sind uns gut gesinnt. Da
passt sie immer gut auf!
Deine Jule und Dein Hugo
März 2011..... das neue Frauchen berichtet:
Liebe Frau Holzer,
ich hoffe, es geht Ihnen gut und Sie genießen das
schöne Frühlingswetter so wie wir. Leider haben Sie auf Hugo und Jules Email
vom Dezember nicht geantwortet und so will ich heute wieder einmal
schreiben.
Den beiden geht es wunderbar. Vor der Tür zum Garten ist
inzwischen gepflastert und so lieben es die beiden, in der Sonne zu liegen
während ich meine Hausarbeit erledige. Jule "pirscht" sich so langsam an die
"Chefposition" heran und Hugo läßt sich das immer öfter ohne Murren
gefallen. Sie darf sogar auf seinem geliebten Kissen liegen. Leider hat
Jule sich die Unart von Hugo angewöhnt, wenn sie gestreichelt werden will,
legt sie sich mir vor die Füße und streckt mir den Bauch hin. Naja, was will
ich machen. Es rührt mich natürlich. Die Kleine würden Sie nicht wieder
erkennen, wie sie vor Lebenslust sprudelt. Sie kann sich freuen, dass nicht
nur der Schwanz wedelt, sondern der ganze Körper gleich mit. Sie animiert
Hugo immer öfters zum Spielen. Er freut sich dann auch und versucht zu hüpfen
so gut es geht. Man merkt ihm an, dass ihm die Rolle gefällt. Während Hugo
mehr der gemütliche Typ ist, auch beim Spazierengehen, flitzt Jule über Feld
und Wiese. Da bin ich heilfroh, dass sie so auf mich fixiert ist, denn sobald
ich in die andere Richtung gehe, kommt sie angeschossen, wieein Torpedo. Sie
ist wirklich unheimlich schnell geworden. Hugo schnuppert lieber, läßt sich
aber auch nicht gerne abrufen. Besser gesagt, wenn er keine Lust hat, hörter
einfach nichts. So nehme ich dann vorsichtshalber die Schleppleine. Damit hat
er genug Freilauf und ich keine Angst, dass er einfach abhaut. Wenn wir
drei alleine sind, benehmen sich die beiden ganz ungezwungen. Kommt jemand
dazu ist Jule noch scheu, aber Hugo geht ohne Hemmungen los und holt sich
Streicheleinheiten.
Bei der Tierärztin waren wir auch zur Vorstellung.
Sie hat zu einem Futter geraten, das für die Haut der beiden besser ist.
Vorher gab es ja "Hausmannskost". Ich muss sagen, es ist zwar nicht billig,
aber beiden bekommt es ausgezeichnet. Ich würde sogar sagen, dass Hugos Fell
seitdem gleichmäßig wächst - sogar am Hinterteil. Er schüttelt auch nicht
mehr mit dem Kopf. Naja, wir machen die Ohrmuschel auch regelmäßig sauber.
Die Schönheitspflege genießen beide. Wenn ich Hugo bürste, versucht Jule
immer zu helfen. Es ist wirklich putzig mit den beiden.
So, ich werde
noch ein paar Bilder beifügen. Die sind halt noch vom Winter. Nächstes
Mal schicke ich dann ganz neue. Zuerst muss Hugo allerdings zum
Friseur!
Liebe Grüße von
Sylvia mit Hugo und Jule
JÄNNER 2011 Wolly hat es geschafft ! Nach
drei langen Jahren in unwürdiger Kettenhaltung und wenig menschlicher Ansprache
konnte Wolly zu seiner neuen Familie ziehen . Er genießt nun
engen Familienanschluss und ausreichend lange Spaziergänge. Das Blatt hat
sich gewendet und für Wolly ist ein Traum wahr geworden !!!
Und so sah das Leben von Wolly aus:
Herbst 2010
Das ist Wolly, ein liebenswerter und sehr freundlicher Hund,
der 3 Jahre lang an der Kette gehalten wurde . Zwar wurde er von
seinen Besitzern auch mal an der Leine spazierngeführt. Aber es war viel
zu wenig für den agilen, bewegungshungrigen netten Wolfi.

Und so verschaffte sich Wolly hin und wieder, selbständig einen kleinen
Spaziergang. Leider zum Missfallen seiner Besitzer und nach seinem letzten
Ausgang sollte er erschossen werden, da die betagten Besitzer mit
dem völlig verständlichen
Bewegungsdrang eines dreijährigen Rüden völlig überfordert
gewesen sind.

Wolli ist trotz Kettenhaltung freundlich und lieb geblieben und wünscht
sich ein Zuhause mit Herz und engem Familienanschluss. Über den Besuch einer
Hundeschule würde sich der intelligente Hund freuen .

WEIHNACHTSBRIEF 2010
Alle Jahre wieder freue ich mich, Dir , Ihnen, meine Aktivitäten und Erfolge
des vergangenen Jahres mitteilen zu dürfen .
Eine besonders schöne und berührende Geschichte ist die Geschichte von Hugo,
dem älteren Golden Retriever und Julchen, einer braunen Labradorhündin.. Bereits
im Januar meldete sich eine nette Interessentin, die Hugo, den älteren Golden
Retriever, adoptieren wollte.
Hugo lebte damals bereits seit Monaten bei mir. Nachdem der Hund sein
bisheriges Heim nach 10 Jahren verloren hatte und Schlimmes drohte, nahm ich ihn
zu mir.
Ein älteres Tier in gute Hände zu vermitteln ist nicht leicht und so freute
ich mich sehr, für Hugo ein so liebevolles Zuhause gefunden zu haben. Die Dame
hatte sogar die Absicht , noch einen weiteren Hund aufnehmen zu wollen. Hugo
sollte auch noch einen tierischen Kameraden bekommen !
Zufällig erfuhr ich zu diesem Zeitpunkt von einer Labradorhündin in großer
Not. In Absprache mit der Dame und der Option auch für dieses Tier bereits ein
Zuhause zu haben, holte ich auch dieses Tier zu mir.
Als ich die Hündin zum erstem Mal sah war ich entsetzt., denn sie war in
einem erbärmlichen gesundheitlichen Zustand.. Plump und unförmig die Figur. Und
schlaff hing das bedingt durch viel zu viele Geburten völlig ausgezerrte Gesäuge
an ihr herunter. Ein trauriger Anblick . Und dazu der leere, teilnahmslose Blick
einer gequälten Kreatur. Es war eine Hündin aus Vermehrerzucht !
Ich nannte die bedauernswerte Hündin Julchen. Und als ich sie am nächsten Tag
meiner Tierärztin vorstellte, wurde schnell klar, dass sie lange Zeit,
kostenintensiv behandlungsbedürftig sein würde. Wie lange dies dauern würde,
konnte ich zu dem Zeitpunkt allerdings nicht ahnen. .
Mit Julchen kam auch ihr völlig untergewichtiger, viel zu kleiner Welpe mit
ins Haus . Im Alter von 3 Monaten brachte dieses Geschöpf nur 4,70 kg auf die
Waage. Ein zitterndes, wärmesuchendes Hundekind . Sie war so klein und dünn,
dass sie in das Mäntelchen eines Kleinpudels passte. Kathy, so nannte ich sie,
konnte kein Futter bei sich behalten und nahm aus dem Grund auch nicht zu. Zu
klein und zu krank, um verkauft werden zu können. Für den Vermehrer waren beide
Tiere wertlos geworden. Mit der Zeit gewann sie dann doch an Gewicht und konnte
von mir vermittelt werden.
Meine Tierärztin erkannte den kritischen Zustand der beiden Tiere. Aber wie
viele Tierarztbesuche, Labortests , Medikamente und insgesamt drei Operationen
für Julchen notwendig sein würden, bis vermittelt werden konnten, ahnten wir
beide nicht.
Letztendlich dauerte es bis Ende November , also mehr als 10 Monate bis
Julchen mit Hugo in ihr neues Zuhause ziehen konnte. Die Adoption der beiden
Tiere verzögerten sich aber auch aus anderen Gründen.Ein Umbau, der es
ermöglichen sollte, die beiden Hunde direkt in den Garten laufen zu lassen,
stellte sich als unverhofft schwierig heraus und verzögerte sich um Monate.
Diese Monate waren aber auch nötig, um dem zukünftigen Frauchen einen Aufenthalt
in einer Rehaklinik zu ermöglichen, um nach einer Operation wieder fest auf den
Füßen stehen und gehen zu können. Einen wesentlichen Anteil an Motivation war
dabei die Erwartung und die Freude an den zukünftigen vierbeinigen Hausgenossen
.
Und ich entdeckte mit der Aufnahme von Julchen und der kleinen Katie eine
Welt, die ich mir zuvor zuvor noch nicht so sehr bekannt war. Viel Tierelend
hatte ich zwar bereits gesehen und erlebt. Tiere aus Tötungsstationen mit all
ihren körperlichen und seelischen Problemen waren mir im in den 10 Jahren
intensiver Tierschutzarbeit gut vertraut geworden. Aber die Welt der Rassehunde
aus tierverachtender Massenzucht mit all ihren häßlichen Tatsachen war mir noch
relativ neu.
Als Tierfreund oder Tierschützer sehe ich generell die Zucht und somit den
ständigen Nachschub an Hunden eher kritisch, aber es besteht meiner Meinung nach
ein großer Unterschied zwischen einem seriösem Züchter und einem Vermehrer. Ein
seriöser Züchter unterliegt einer genauen Zuchtordnung und darf nur beschränkt
und in Abständen mit seiner Hündin züchten. Er zieht seine Welpen sorgfältig auf
und gibt sie entwurmt und altersmäßig geimpft ab. Ein Vermehrer hält sich an
derartige Regeln nicht und versucht die Hündin so oft als möglich zu decken, um
So viel als möglich an Profit aus ihr zu schlagen.
Das Problem der vielen unerwünschten Rassehunden liegt aber auch am Käufer,
der den billig gezüchteten Welpen vom Vermehrer „ haben will“ und nicht bereit
ist, diesen bei einem seriösen Züchter zu erwerben.
Über Julchen und das allgemeine Elend der Tiere aus Vermehrerzucht habe ich
in diesem Jahr oft in meinem Tagebuch auf meiner Webseite geschrieben. Und auch
liebe Menschen gefunden, die mich dabei verstanden und unterstützthaben.. Das
Thema ist für mich in dem Jahr besonders brisant geworden, denn bei all den
Tieren die aus einer Laune heraus angeschafft werden und die nach kurzer Zeit
dieses Zuhause, wieder verlieren, scheinen mir diese Tiere besonders gefährdet
zu sein.
Ich betrachte es auch als Sysyphusarbeit, immer wieder Tiere hier bei mir
aufzunehmen, aufzupäppeln, zu stabilisieren und dabei das große Elend, die
ungezügelte Vermehrung der Hunde außer Acht zu lassen. Und so habe und werde ich
immer wieder versuchen auf dieses Problem hinzuweisen. Es liegt an uns allen,
dem Einhalt zu gebieten und kann nicht nur in den Händen von Tierschützern
liegen.
Mein Hunderudel besteht aus älteren und jüngeren Tieren, die bei und mit mir
gemeinsam im Haushalt leben. Trennen, kann und mag ich sie nicht und so muss
akribisch überlegt werden, welche Tiere gerade ins momentan aktuelle Rudel
passen. Die Anzahl der Tiere, denen ich helfen kann , ist dadurch natürlich
begrenzt. Aber immer dann, wenn eines meiner Schützlinge ein neues Zuhause
findet , kann ich einem weiteren Tier helfen, es aufnehmen , aufpäppeln und
weitervermitteln.
Ob und wann ich diese Menschen finde, denen ich meine Schützlinge anvertraue,
weiss ich nicht und so betrachte ich alle Hunde, die bei und mit mir leben,
immer als meine eigenen Tiere. Hunde die zu mir kommen haben deshalb immer die
Option, solange als notwendig bei mir bleiben zu dürfen, bzw. wenn an eine
Vermittlung nicht gedacht werden kann, ein Zuhause für immer bei mir zu finden.
Für viele meiner Schützlinge wurde auch in diesem Jahr der Traum ein
liebevolles Heim zu finden , wahr.
Manche sind in liebevolle Hände ganz in meiner Nähe gekommen, so dass ich sie
in ihrem neuen Zuhause besuchen kann. Andere haben sogar zu zweit als Paar ein
neues Zuhause gefunden. Einige sind von sorgsam ausgewählten neuen Besitzern und
Besitzerinnen in die weite Welt, von der Steiermark bis Norddeutschland geholt
worden. Bei allen bin ich mir sicher, dass meine Hunde die richtigen Menschen
und ein wunderbares neues Umfeld gefunden haben.
Oli und Isabella, Platon und Charlotte, Kathy, Lola und Tashi, Alice, Basti ,
Vilmos , Sunny, Kira, Moritz, Gala, Rosie, Tina, Tibo ,Xanderl, Rudolph, und
viele weitere Hunde konnten eine eigene Familie finden. Sie alle waren einst
Tiere ohne Heimat und Hoffnung. Ausgesetzt. oder abgeschoben.
Ich danke allen, die meinen Hunden eine neue Heimat gegeben haben und ich
danke allen, die mich und meine Hunde in welcher Weise auch immer unterstützt
haben.
Durch ihre/euere Hilfe habe ich die Möglichkeit weiteren Tieren in Not zu
helfen .
Mit Deiner, Ihrer Hilfe und der notwendigen, finanziellen Unterstützung hoffe
ich auch im nächsten Jahr meine Tierschutzarbeit weiterführen zu können.
.
Ein Frohes Fest wünscht Dir, Ihnen
Ines Holzer
Tierhoffnung Ines
Raiffeisenbank Mattigtal
IBAN: AT84 3430 3000 0761 9695
SWIFT: RZOO AT 2L 303
24.10.2010 Modehund Mops
Vor
kurzem waren sie beinahe schon eine Rarität geworden , die Möpse. Nun aber ist
die Rasse wieder " in" und jeder möchte ein Möpschen sein eigen nennen.
Charlotte ist eine Möpsin und kommt aus Massenzucht. Ein abgestumpftes
Wesen, nur dazu geboren und gebraucht um Welpen zu gebären.
Lesen Sie ihre Geschichte :
Mopsdame Charlotte braucht Hilfe und sucht ein Zuhause !
"Hundefreilaufwiese" Seekirchen am Wallersee, ein Pilotprojekt von Michael Aufhauser und Vortrag am 18.9.2010
Auf der Hundewiese Seekirchen am Wallersee lernen meine
Schützlinge soziales Verhalten .....
Artikel in den Flachgauer Nachrichten vom 29.7.2010 "Freiraum
für Hund und Mensch"
(http://search.salzburg.com/articles/11977097)
Artikel im Salzburger Fenster vom 16.8.2010 "Ein Paradies für alle
Hunde in Seekirchen"
(http://www.salzburger-fenster.at/redaktionell/lokales/551)
Artikel in mitten:drin 09/2010, S. 52 f: "Michael Aufhauser
spricht in Seekirchen" und "Leinen los" (http://www.mitten-drin.at/0610/index.html)
Artikel in der Kronen Zeitung vom 18.9.2010, S. 18 f: "Wunsch nach
mehr Hundewiesen in Salzburg" (http://www.krone.at/salzburg)
Vortrag mit Michael Aufhauser über
die Bedeutung seines
Pilotprojektes
"Hundefreilaufwiese" und die Philosophie von Gut
Aiderbichl
Samstag, 18.
September 2010, 19 Uhr 30 beim Hofwirt
Seekirchen/Wallersee
Info unter info@tierhoffnung-ines.at
5.9.2010 Brief eines Arbeitnehmers aus einer Perrera ...und Fotos mit denen ich seit Jahren konfrontiert bin.
Brief von einem Arbeitnehmer aus einer Perrera
Ich glaube, unsere Gesellschaft braucht ein Weckruf. Als Leiter einer
Perrera , werde ich was mit Euch teilen ... ein Blick von "innen", wenn Ihr mir
erlaubt.

Zunächst an alle Züchter und Verkäufer von Hunden, Ihr solltet zumindest
einen Tag in einer Perrera arbeiten. Wenn Ihr
vielleicht den traurigen, verlorenen Blick in den Augen der Hunde seht, würdet
Ihr Eure Meinung ändern und nicht an Menschen verkaufen, die ihr gar nicht
kennt. Gerade diese Welpen könnten am Ende in meiner Perrera landen, wenn
er nicht mehr ein süßes Hundebaby ist. Wie würdet Ihr euch fühlen, wenn Ihr
wüsstet, dass es eine 90%ige Chance besteht, dass dieser Hund nie mehr aus dem
Zwinger kommt, wenn er erstmal hier landet? 50% der Hunde, die hier
abgegeben werden oder verirrt rum laufen sind reinrassige Tiere.
Hier die häufigsten Ausreden die ich höre,
sind:

"Wir sind umgezogen und ich kann unseren Hund / unsere Katze nicht
mitnehmen." Wirklich? Wohin ziehen Sie denn und warum suchen Sie
sich nicht eine Wohnung oder ein Haus in dem sie mit ihrem Tier leben
können?
"Der Hund wurde größer, als wir dachten." Und was
dachten Sie denn wie große ein deutscher Schäferhund wird????
"Ich habe keine Zeit mehr für das
Tier". Wirklich? Ich arbeite 10 oder 12 Stunden am Tag und
ich habe immer noch Zeit für meine 6 Hunde.
"Er zerstört meinen ganzen Garten " Also, warum haben
Sie ihn nicht im Haus mit der Familie?
Dann sagen sie immer: "Wir wollen nicht nerven und darauf
beharren, dass Sie ihm ein gutes Zuhause suchen, denn wir wissen, dass sie ihn
adoptieren werden, er ist nämlich ein guter Hund.“ Das Traurige daran
ist, dass Dein Haustier nicht adoptiert
wird und weißt Du, wie stressig es in einem Zwinger
ist? Nun, lass es mich Dir mal erklären:
Dein Tier hat 72 Stunden Zeit eine neue Familie
zu finden. Manchmal ein wenig länger, wenn die Zwinger nicht so voll sind
und er völlig gesund bleibt. Wenn Dein Tier sich erkältet, stirbt
es.
Die Katzen sehen ihrem sicheren Tod entgegen.
Dein Haustier wird in einen kleinen Käfig
eingesperrt, umgeben vom lauten Bellen und Schreien von 25 anderen
Tieren.
Dein Haustier wird weinen und deprimiert
sein und auf seine Familie warten, die ihn verlassen
hat. Wenn Dein Tier Glück hat und es genügend Freiwillige gibt, könnte es
sein, dass er mal ausgeführt wird. Wenn nicht, wird Dein Haustier keinerlei
Aufmerksamkeit erhalten, abgesehen von einem Teller mit Essen welcher unter die
Zwingertür geschoben wird und eine Dusche mit Wasser, um die Exkremente raus zu
spülen.
Wenn Dein Hund groß, schwarz oder einer Kampfhundrasse
(Pit Bull, Dogge ...) angehört hast Du
ihn in den sicheren Tod geführt in dem Augenblick in dem Du mit ihm durch die
Tür gekommen bist. Diese Hunde werden in der Regel nicht
angenommen. Egal wie "süß" oder wie "trainiert" er ist.
Wenn Dein Hund nicht in den 72 Stunden adoptiert wird und die
Perrera voll ist wird er sterben.
Wenn die Perrera nicht voll ist und Dein Hund attraktiv und süß ist, kann man
möglicherweise seine Hinrichtung verzögern, aber nicht für lange.
Die meisten Hunde werden sofort umgebracht, wenn sie sich aggressiv zeigen,
aber selbst der ruhigste Hund kann solch ein Verhalten zeigen, wenn er
eingesperrt wird und die Veränderungen seines Umfeldes nicht
verträgt.
Wenn Dein Hund sich mit Zwingerhusten
infiziert (Canine infektiöse Tracheobronchitis) oder einer
anderen Infektionen der Atemwege, wird er unverzüglich
getötet, einfach weil wir keine Ressourcen haben, um Therapien in
Höhe von 150,-- € zu bezahlen.
Und nun möchte ich Euch was über die Euthanasie schreiben für all die, die
noch nie erlebt haben, wie ein vollkommen gesundes Tier umgebracht wird:
Als erstes werden die Hunde mit einer Leine aus ihrem Zwinger geholt, sie
denken, dass sie spazieren gehen werden und wedeln mit dem Schwanz.
Bis wir in "den Raum" kommen, dort bremst jeder
Hund ab. Ich bin davon überzeugt, dass sie den Tod und alle verlorenen Seelen
riechen, die dort sterben mussten. Es ist seltsam, aber es passiert mit
jedem von ihnen.
Dein Hund oder deine Katze wird von 1-2 Menschen gehalten, je nachdem wie
nervös oder groß das Tier ist. Dann wird jemand von der Verwaltung oder
ein Tierarzt den Sterbeprozess einleiten. Es wird eine Ader in ihrem Vorderbein
gesucht eine Dosis einer "pinken Substanz" injiziert. Hoffentlich ist Dein
Haustier nicht scheu, wenn es von mehreren gehalten wird. Ich habe Hunde
gesehen, die sich die Kanüle raus gerissen haben und in ihrem Blut gebadet
haben, begleitet von lauten Weinen und Schreien. Viele schlafen nicht einfach
ein, sie krampfen und ringen nach Luft und koten sich ein.
Wenn alles fertig ist, wird Dein Tier wie ein Stück Holz gestapelt auf die
anderen Hunde, die schon in der Gefriertruhe liegen, um darauf zu warten wie
Abfall abgeholt zu werden. Was passiert als nächstes? Wird es eingeäschert oder
begraben? Wird es als Tierfutter verarbeitet? Du wirst es nicht erfahren, aber
es war ja nur ein Tier und Du kannst Dir ja jederzeit ein Neues holen,
richtig?
Ich hoffe, wenn Du bis hierher gelesen hast, dass sich Deine Augen getrübt
haben und Dir die Bilder nicht aus dem Kopf gehen, denn ich sehe sie jeden Tag,
wenn ich nach Hause komme von der Arbeit.
Ich hasse meinen Job, ich hasse es dass es ihn überhaupt gibt und ich hasse
es zu wissen, dass es ihn weiterhin geben wird, wenn ihr Euch nicht ändert.
Zwischen 9 und 11 Millionen Tiere sterben weltweit jeden Tag in
den Perreras und nur Du kannst das stoppen. Ich mache
alles mögliche, um jedes Leben zu retten, aber die Tierheime sind immer voll und
jeden Tag gibt es mehr Tiere die rein kommen als die die raus dürfen.
Bitte züchte oder kaufe nicht, solange Hunde in den Perreras
sterben.
Hasse mich, wenn Du möchtest. Die Wahrheit tut immer weh und das ist nun
mal die Realität. Ich hoffe nur, dass ich mit diesem Brief die Menschen
erreichen kann, die züchten, ihre Tiere aussetzen oder wahllos kaufen.
Ich wünschte, jemand würde zu mir auf die Arbeit kommen und
sagen: "Ich habe ihren Brief gelesen und möchte ein Tier
adoptieren". Dann hätte sich alles gelohnt.
Bitte, wenn Du möchtest, dass sich das ändert, verteile meinen Brief
großzügig.
Jazz M. Onster.
25.8.2010 Massentierhaltung, Umweltschutz , Hunger....ein Zusammenhang.
Die Abschaffung der Massentierhaltung als wesentlicher Beitrag zum
Umweltschutz und gegen den Hunger der Welt . Ein würdiges
und wichtiges Thema bei einem "überkonfessionellen" kirchlichen Treffen
. http://www.kathweb.at/content/site/nachrichten/database/34267.html
29.7.2010 Xanderl und eine unerklärliche Geschichte !
Alexander der Große , unter Freunden Xanderl gerufen , der ( im
Tagebuch,Wuschel genannt ) bereits öfter für Aufregung gesorgt hat,
hatte plötzlich von einem Tag auf den anderen keine Haare am Hals. Dafür aber
einen riesengroßen, eiternden und juckenden Ausschlag. Sah beängstigend aus und
machte natürlich einen sofortigen Tierarztbesuch notwendig.
Ein sogenannter "Hot Spot "und dazu auch noch mit Fieber, wurde
diagnostiziert. Diverse sorgfältige Waschungen, Antibiotika , homöophatische
Globulis, Teeabkochungen konnten dem armen kleinen Wicht bald helfen.
Wodurch das allerdings ausgelöst wurde, bleibt ein Rätsel.
Xanderl ist noch nicht in der Vermittlung. Nach seinen Ausreissversuchen hat
er zu mir großes Vertrauen entwickelt und ist immer in meiner Nähe. Traut aber
anderen Zweibeinern noch nicht so recht.
28.7.2010 Gedanken - und andere ....losigkeiten ........
Keine Zeit mehr für Hugo. Ein neuer Job , ein neuer Ort. Manchmal ist das
tatsächlich so. Und damit Hugo, der ältere Goldie eine reelle Chance auf ein
Weiterleben hatte, kam er zu mir. Gebracht von der Freundin, denn Frauchen
war bereits an den neuen Ort gezogen. Bedankte sich artig für Hugo`s
Aufnahme, versprach sich zu melden und wollte als Dank für Hugo`s Aufnahme
eine Patenschaft übernehmen. Sprach ihr Bedauern aus, wie traurig sie nun sei,
ihn nun nicht mehr bei sich haben zu können, denn viele Jahre lang
war Hugo ihr treuer Begleiter, Tröster und Gefährte gewesen .
Hugo, Golden Retriever heute 12 Jahre jung
Die Monate vergingen und kein Frauchen meldete sich. Die versprochene
Patenschaft um Futter und die notwendigen Medikamente für Hugo zu
besorgen, blieb aus. Alles wie immer. Aus den Augen, aus dem Sinn, eine
Lebensabschnittspartnerschaft für ein Tier einfach beendet.
Es sind nicht die großen Quälereien, die den Großteil der
Arbeit im Tierschutz ausmachen. Es sind die vielen, kleinen,
die unbedachten, die gar nicht böse gemeinten Gedanken -
Verantwortungslosigkeiten , weshalb so viele der einst so sehr
geliebten Tiere in Not geraten .
21.7.2010 Julchen und Kathy
Heute trafen wir Kathy, die vor drei Wochen zu Ihrer neuen Familie gezogen
ist . Sie lebt dort mit Hündin Tiffany, die ihr an Größe und Aussehen
ähnelt.
Beim Anblick ihrer Mutter geriet Kathy in eine völlige Euphorie.
Aufgeregt japsend und hüpfend , umtänzelte sie Julchen, drückte sich
an sie, biss ihr zärtlich in die Backen. Und Julchen gluckste geradezu vor
Vergnügen, wedelte begeistert und zustimmend mit ihrem Schwänzchen. Hei,
was war das ein schönes und glückliches Wiedersehen ! Wir Menschen,
die dieses wunderbare Geschehen beobachten durften,
waren völlig ergriffen. Hier freute sich ein Tierkind völlig
echt und geradezu unbänding, seine Mutter wieder zu sehen.
Traurig dachte ich an die Kälber, die kurz nach der Geburt ihren Müttern
entrissen werden, an die Fohlen, die Affenkinder. All diese Wesen trennen wir
menschen unbarmherzig von ihren Mütter. Deklarieren sie als Schlacht- oder
Labortiere, so als ob sie einfach dafür geboren würden.
18.7.2010 Colino ist gestorben.
Gestern am späteren Nachmittag verschlechterte sich der Zustand des kleinen
Colino rapide. Er, der noch in der vergangenen Nacht zu mir ins Bett
gesprungen und dicht an mich gekuschelt, wie immer die Nacht verbracht
hat, verweigerte nun jegliche Nahrungsaufnahme . Er sei nun bereit zu
gehen, "sagte" er mir ganz deutlich. Leckte meine Hand, drückte noch
einmal sein kleines Köpfchen fest an mich. Dann versank er in einen
Dämmerzustand , lief noch einige Runden symbolisch auf seiner geliebten
Hundewiese und schlief ganz sanft und friedlich ein.
Ich dachte an Irene, eine Tierschutzkollegin, die an dem Tag, als ich
ihn als armseliges Häufchen Elend am Flughafen aus der Box holte, lakonisch bei
seinem Anblick zu mir sagte. "Der bleibt dir , jetzt hast
Du wieder einen Lhasa . " Stunden davor hatte
ich Tsobo, einen 18 Jahre alten Lhasa Apso ; verloren.
Tsobo ging
und Colino kam am selben Tag .
Ich hatte diese Absicht nicht, wollte den Kleinen gesund pflegen
und danach liebe Menschen für ihn suchen . Aber es kam anders.....Colino war
Opfer einer Misshandlung geworden und ist mit Brandverletzungen am Rücken
und durchstochenem Innenohr in die Perrera gekommen . Schlechte Leber -und
Nierenwerte machten ihn behandlungsbedürftig.
Wie immer, wenn ich einen geliebten Menschen oder ein geliebtes Tier
verliere, helfen mir diese klugen Worte eines unbekannten
nordamerikanischen Ureinwohners :
Stehe nicht weinend an meinem Grab, denn ich bin nicht darin. Ich schlafe
nicht. Ich bin tausend Winde. Ich bin das Diamantglitzern im Schnee. Ich bin das
Sonnenlicht auf reifem Korn. Ich bin der sanfte Herbstregen. In der ruhigen
Stille des Morgenlichts , bin ich der Vogel in raschem Flug . Stehe nicht
weinend an meinem Grab, ich bin nicht darin, ich bin nicht gestorben.
17.7.2010 Heisse Sommertage
Dem
kleinen Colino geht es nicht gut . Die drückende Hitze macht
ihm zu schaffen . Die letzte Nacht hat er in feuchte Tücher gehüllt, verbracht.
So war es ihm zwar wesentlich kühler und sichtlich angenehmer, gehechelt mußte
doch immer wieder werden.
Die bedauernswerten Tiere im Süden sind jetzt arm dran. Nicht nur der Hitze
sind sie schutzlos ausgesetzt, sie leiden auch sehr unter dem ständigem
Wassermangel.
Hitzeprobleme haben aber auch den Menschen in den High Tech Zügen zugesetzt.
Nachdem die moderne Klimaanlage ausfiel und kein Fenster vorhanden war,
welches auch zu öffnen gewesen wäre , stieg das Barometer auf unglaubliche 50
Grad ! Welch Panik dies unter den Fahrgästen ausgelöst hat, mag ich mir
gar nicht vorzustellen.
Der menschliche Glaube an die moderne Technik hat die Logik verdrängt
und wie so oft erweist sich ein Fortschritt als Rückschritt.
Der kleine Colino würde sich niemals freiwillig in eine völlig geschlossene
Kiste setzen !
13.7.2010 Minihund sucht neues Zuhause !
" Leider bin ich umgezogen und kann aus Platzgründen meinen Mini
Yorkshire-Terrier, Malteser, Shih tzu etc. nicht mehr behalten !"
So und ähnlich ist es immer öfter zu lesen. Ein Phänomen der Krise ?
Nachdem nicht anzunehmen ist, dass Frauchen oder Herrchen nun
nicht in ein Vogelhäuschen gezogen sind und da aus "Platzgründen" den
Minihund nicht mehr halten können, ist wohl das Interesse am "Liebling"
abgekühlt .
Ein Phänomen, das leider nun immer öfter auch in unseren Breiten zu
bemerken ist. Der Rassehund der Saison, schnell, billig und völlig
unüberlegt und oft aus dem Kofferraum gekauft.
Mit Tierliebe, Verantwortung für ein Mitgeschöpf und für viele Jahre,
hat eine derartige Tierliebe nichts zu tun . Wohl aber mit einer noch immer
Wohlstandsgesellschaft, die "alles haben muss ! " Und die Zeche zahlt das Tier,
das zum Wanderpokal wird, im Tierheim landet oder sein Leben lassen muss .
12.7.2010 Julchen
Nachdem bei Julchen nun alles so gut verheilt ist, wird der geplante
zweite notwendige Teil der Gesäugeoperation nun bald vergenommen werden
können. Und dann wird auch Julchen, hoffentlich ein völlig normales
Hundeleben führen können. Man merkt schon jetzt , dass sie an Energie
zugelegen konnte und beinahe täglich kräftiger und stabiler wird.
11.7.2010 "Erst wenn der letzte Baum gefällt, der
letzte Fluss vergiftet, das letzte Tier getötet ist, erst dann werdet ihr
merken, dass man Geld nicht essen kann. " Indianische Weisheit
Wässrige Tomaten, angebaut auf ausgelaugten Böden, verfügbar jeden Tag im
Jahr. "Lebensmittel" sind das nicht .
Unvergleichlich köstlich dagegen der aromatische Geschmack des sogenannten
"Liebesapfels" , der Kulturpflanze aus Mittelamerika aus dem eigenem
Hausgarten oder aus biologischem Anbau. Bereits den Azteken,
Tolteken und Mayas war "Tomatl" wie die Azteken sie nannten, wohlbekannt. Eine
kühlende Pflanze, die nur in den heißen Sommermonaten genossen
wurde. Die Maya verwendeten die Tomate auch als Medizin .
Weniger ist mehr . Verzicht auf Quantität und ständiges
Verfügbarsein , bringt Qualtität .
6.7. 2010 Dass heisse Tage
für alte und kranke Tiere alles andere als gut sind, versteht sich von
selbst. Colino, der kleine Knirps , der , gerettet aus einer Perrera in
Andalusien zu mir kam, bekommt dies im Moment zu spüren. 
Am Rücken angezündet von Jugendlichen, die sich einen Spass daraus
machten, ein kleines Tier quälen zu können, waren seine Nieren- und Leberwerte
alles andere als gut . Infektionen taten ein übriges und
so beschloss ich, Colino, der immer medikamentös versorgt werden muss,
ein Zuhause für immer und ewig bei mir zu geben . Was keiner gedacht
hatte , wuchsen plötzlich auf seiner verbrannten Haut auch seine Haare wieder
und aus der geschundenen Hundeseele wurde zwar ein eigenwilliges aber
liebenswertes Kerlchen, das glücklich seine Runden auf der Hundewiese drehte.
Seit einiger Zeit ist er stiller, ruhiger geworden, liebt es im Haus zu
bleiben, will die Stufen hinab getragen zu werden . Aber verabsäumt es nie, sich
vertrauenvoll an mich zu kuscheln. Gutes Futter, Nahrungsergänzungen für
seine rachitischen Gelenke, die von schweren Zeiten erzählen, nimmt
er gerne an.
Wie lange er noch da sein wird ist ungewiss, diese Zeit wird
er geliebt und behütet verbringen.
4.7.2010 Es war einmal ein Bauer .........
Vor Jahren, als ich, noch wesentlich naiver, einen riesigen Stall voll
von blökenden Schafen gesehen hatte, freute ich mich zu hören, dass diese Tiere
nicht geschlachtet , sondern zur Milchproduktion gedacht seien. Alles sah
sehr sauber und gepflegt aus, klimatisiert obendrein und geruchlos.
Beste Schafmilch würden sie geben, erzählte der Bauer, der sich von
der gängigen Haltung , sowie der Feldarbeit verabschiedet hatte. Er hätte
nun nur mehr Schafe, meinte er stolz, das sei modern und die Abnahme
der Schafmilch gesichert.
Ringsherum idyllysche Landschaft, Obstbäume, satte Blumenwiese, alles so,
wie es sich der Stadtmensch in seiner schösnten Phantasie vorstellt.
Dass diese Schafe niemals das Tageslicht sehen und an Gräsern zupfen könnten,
kam mir gar nicht in den Sinn, denn ich dachte, nur nachts, würde dieser
Stall den Tieren zur Sicherheit dienen. Kurz fragte ich mich , wo und auf
welcher Wiese, die Tiere wohl am Tag sein würden, verwarf den Gedanken aber, da
der Bauer so begeistert und nett von seinen Tieren sprach.
Heute frage ich mich, wo wohl das Futter für die Tiere herkam und ob dafür
ein Stück Regenwald geopfert werden mußte ? Von Menschen
angebaut, die wenig Geld für ihre Arbeit bekommen, mit Insektiziden
besprüht, die bei uns längst verboten sind. Und mit Treibstoffen, die aus
irgendwelchen Ölbohrungen stammen , zu uns gebracht.
Ein globaler Kreislauf, der Nahrungsmittel erzeugt , aber mit
Lebensmittel wenig zu tun hat .
3.7.2010 Entwarnung für Julchen
Nun scheint die Wunde gut zu heilen. Allerdings hat Julchen nach der
Operation einige weiße Haare bekommen. Ein Phänomen, dass ich schon öfter
beobachten konnte.
25.6.2010 Julchen...oder die unendliche Geschichte
Gestern noch schien alles gut zu sein, die Operationswunde heilt. Und
Julchen drehte abends bereits ihre geliebten Runden auf der Hundewiese
. Alles schien gut zu sein. Und die netten
Hundewiesenbesucher, denen Julchen`s Schicksal auch ans
Herz geht, freuten sich mit uns.
Heute zeigt sich wieder ein dicker, harter Knoten .
Nach einem Telefonat mit der Tierärztin und Anbetracht des nahenden
Wochenendes suchen wir nachmittags die Tierarztpraxis auf und
hoffen....
20.6.2010 Beschützen statt besitzen !
Beschützen statt besitzen ! Durch die
aktuelle Erfahrung mit Julchen und Kathy, möchte ich auf die folgende Kampagne aufmerksam
machen.
Im November 2009 haben TASSO, der ETN und der bmt gemeinsam die Kampagne
\"Wühltischwelpen - nein Danke!\" gestartet. Damit haben es sich die drei
Organisationen zur Aufgabe gemacht, Tierhalter über die Machenschaften der üblen
Hundehändler aufzuklären und Tierleid in Zukunft sukzessive zu mindern. Denn
gerade Deutschland ist einer der größten Marktplätze für Welpenvermehrer der
ganz schlimmen Art. Viele Betroffene hatten sich zum großen Teil anonym bei
TASSO gemeldet und ihre eigenen Erfahrungen mitgeteilt.
Das Hessische
Fernsehen und RTL suchen nun Betroffene und Geschädigte aus Hessen, die ihre
Geschichte vor der Kamera noch einmal erzählen möchten. Die Präsenz des Themas
\"unseriöser Hundehandel\" in den Medien trägt ganz entscheidend dazu bei, dass
möglichst viele Menschen darüber informiert werden, was es mit den
Welpenvermehrern auf sich hat. "Damit wir unserem Ziel, den Markt der unseriösen
Welpenhändler auszutrocknen näher kommen, gilt meine dringende Bitte an
Betroffene aus dem Raum Hessen, sich bei TASSO zu melden", so Philip McCreight,
Leiter der TASSO-Zentrale. TASSO hat dafür eine eigene Notrufnummer
eingerichtet: 06190.937308. Oder mailen Sie uns unter Angabe Ihrer Telefonnummer
unter: wuehltischwelpen@tasso.net
16.6.2010 Julchen geht es wieder gut !
Der
Verband konnte bereits abgenommen werden . Und in ein paar Tagen werden die
Fäden gezogen werden können. Julchen geht es gut . Ist zwar noch ein
bisschen müde, bekommt Schmerztabletten läßt sich aber das Futter bereits
gut schmecken und freut sich schon auf ausgedehnte Spaziergänge .
"Wahre Schönheit kommt von innen ! " Die triste Vergangenheit dieser
Hündin, die Äußerlich-und Widrigkeiten Ihres vergangenen Daseins konnten ihre
edle Ausstrahlung nicht mindern .
10.6.2010 Tristan.... und doch keine Isolde !!!
Ganz langsam und gemächlich spaziert ein Golden Retriever die Straße
entlang. Ich sitze im Auto und bin am Weg, einen dringenden Einkauf
zu erledigen . Beruhigt sehe ich am Vorbeifahren, wie er sich im
Schatten eines Baumes niederlegt. Sein Besitzer wird im Supermarkt
sein, erkläre ich mir die Situation und fahre weiter.
Es ist ein heißer Sommertag und als ich am Rückweg bin, ist der Hund
noch immer da, allerdings nun an einer anderen Stelle. Er wirkt nun
desorientiert, schwankt leicht hin und her und hat sichtlich Durst . Ich
kann nicht anders , steige vom Auto aus und serviere ihm Wasser im Schüsselchen.
Er trinkt es gierig .
An einer Tankstelle frage ich, ob dieser Hund hier in der Gegend bekannt sei.
Nachdem die Leute verneinen, verfrachte ich das erschöpfte ,
sichtlich unter der Hitze leidende Tier, in mein Auto.Dabei muss ich
ihm helfen. Also erst mal die Vorderbeine ins Auto stellen und dann
reinheben. Erschöpft legt er sich flach auf den Boden, trinkt nochmal
Wasser, leckt mir die Hand und wedelt zwar ziemlich matt, aber sehr
freundlich .
Mit dem Hund im Auto melde ich auf der nahegelegenen Polizeistation
meinen Fund . Der Beamte nimmt die Daten auf und spricht seine Hoffnung aus
, dass sich der Besitzer bald finden wird.
Und mit dem alten, sichtlich nun glücklichen , aber senilen
Hundeherrn im Auto wird mir klar, dass der Goldie mein Hundealtenheim
kompletieren wird, wenn nicht ich mich selber und zwar sofort auf die
Suche nach den Besitzern machen würde. Also fahre ich mit dem nun
bereits leise zufrieden schnarchendem Hund zurück und beginne
sämtliche Häuser und Geschäfte abzuklappern . Frage da und dort.....und werde
fündig.
Nette, sehr tierliebe Menschen haben den 13 Jahre alten Goldie namens
Tristan, der bis vor kurzem bei der Tochter in Wohnungshaltung lebte , zu sich
genommen. Er konnte nun die Treppen nicht mehr bewältigen. Und
heute, als jemand unabsichtlich das Gartentor offen gelassen hatte,
beschoss Tristan einen kleinen Ausflug zu unternehmen.....
10.6.2010 Julchen geht es schon besser !
Op
geglückt und Julchen sieht schon optimistischer in die Welt ! Gestern nach der
Op hat die Wunde stark nachgeblutet und sich mit sofort wieder mit
Wundwasser gefüllt . Autoputzen war nach Julchen Krankentransport
angesagt und Decken, Überzüge waschen.........neu
überziehen........
Nun gilt es die Wundheilung zu unterstützen und Dränage zu wechseln,
denn das Wundwasser muss abfließen. Morgen ist auch noch ein Tag
und.....Tierarztbesuch angesagt.
6.6.2010 Julchen...und kein Ende der Operationen !
Es gibt Tiere, die haben immer nur Pech. So eine Pechmarie ist Julchen. Als
Zuchthündin wurde sie jahrelang missbraucht. Solange bis sie nicht mehr rentabel
war. Mit stumpfen Blick kam sie mit ihrer Tochter Katie zu mir.
Und ein monatelanges Bemühen um ihre Gesundheit nahm ihren Anfang. Das
ausgelaugte Gesäuge bildete sich nicht zurück und so mußte ein Teil der
Milchleiste entfernt werden. Fortsetzung folgt, denn die Operationswunde wäre zu
groß geworden, wäre dies in einer einzigen Operation gemacht worden.
Langsam, ganz langsam hat sie sich erholt, die Wundheilung war schlecht
. Dann hat sie an Lebensfreude gewonnen und hat freudig auf der Hundewiese
ihre Runden mit den anderen Hunden gezogen. Freiheit, laufen, das war etwas das
Julchen nie kennengelernt hatte. Hat mich zärtlich angestupst und gar
manchmal ist sie übermütig einem Ball nachgelaufen . Langsam hat sie auch die
Unförmigkeit, durch die vielen Geburten verursacht verloren . Naja, ein
Vorzeigelabrador wird sie nie werden, aber wer ist schon perfekt ?
Vom Charakter her ist Julchen ein Engel auf Erden. Lieb zutraulich und für
jedes liebe Wort unendlich dankbar.
Dankbar, eigentlich hasse ich dieses Wort. Denn weshalb sollen uns Hunde
dankbar sein, "nur" weil wir sie anständig behandeln ? Das sollte für ein
Mitgeschöpf selbstverständilch sein.
Nun hat sie eine ganz große Beule am Hals bekommen, die
morgen entfernt werden muss. Patenschaft für Julchen
6.6.2010 Welpenhandel - ein Millionengeschäft ..und nicht nur das Tier zahlt drauf !
"Der Spiegel" berichtet :
In Osteuropa werden in großem Stil Hunde für den westeuropäischen
Markt gezüchtet. Viele der Tiere überleben nur wenige Tage bei den
neuen Besitzern.
Der silbergraue VW-Bus steht ein wenig abseits an der
Parkplatzzufahrt neben dem trubeligen Markt im polnischen Slubice. Der Fahrer
öffnet die Hinterklappe. Seine Ladung braucht Luft. Sie winselt.
In
dem Transporter stehen Käfige, vollgepfercht mit Hunden. Ein Wurf winziger
Yorkshire-Terrier drängelt sich aneinander, Kampfhund-Welpen lugen zwischen
den Gittern heraus, zwei Husky-Babys hocken in ihrem Kot.
Der Mann, ein
Pole, spricht kaum Deutsch. Zumindest nicht, wenn seine deutsche Kundschaft
nach Dingen fragt wie Alter, Impfpässen, Herkunft. Achselzuckend zieht er
einen Packen Tierpässe hervor. Die sind offensichtlich gefälscht.
Doch
viele Kunden, die über den Grenzübergang Frankfurt (Oder) zur Schnäppchenjagd
kommen, wollen das nicht wahrhaben. Zu süß sind die Welpen, zu groß ist das
Mitleid mit den Kreaturen. Und zu verlockend der Preis: Rassehunde kosten bei
seriösen Züchtern Hunderte Euro, hier bekommt man einen Szenehund schon für
35 bis 50 Euro.
Wer da zugreift, ist nicht nur stolzer Hundebesitzer,
sondern schnell auch ein Opfer der osteuropäischen Welpenmafia. Im großen
Stil und unter erbarmungswürdigen Zuständen werden Hunde in Polen, Ungarn,
Rumänien und der Ukraine für den westeuropäischen Markt produziert. Gefüttert
mit Abfall und eingepfercht in dreckigen Zwingern müssen die Hündinnen
zweimal pro Jahr werfen, bis sie ausgelaugt verenden. Die Welpen werden viel
zu früh, oft schon im Alter von vier Wochen, auf den Märkten verramscht. Kein
Wunder, dass sie immungeschwächt und manchmal verhaltensgestört
sind.
"Der Welpenhandel ist ein Millionengeschäft geworden", sagt
Birgitt Thiesmann von der Tierschutz-Stiftung Vier Pfoten. Die Aktivistin
beobachtet seit Jahren, wie der Markt für die Importkläffer immer stärker
wächst. Beschleuniger des Booms ist das Internet, wo die Hunde angepriesen
werden, als kämen sie von verantwortungsvollen Züchtern. Das Problem ist so
groß, dass der europäische Tierschutzverein ETN, das Haustierregister TASSO
und der Bund gegen den Missbrauch der Tiere 2010 zum Jahr "gegen den
unseriösen Welpenhandel" erklärt haben. Sie wollen aufklären und so die
Nachfrage besonders im schnäppchenliebenden Deutschland mindern.
Denn
das Leid der Tiere ist beträchtlich. Aus Kostengründen sind sie
weder entwurmt noch geimpft. Illegal gelangen sie im Kofferraum über die
Grenze, ohne die nach europäischen Tierschutzbestimmungen vorgesehenen
Pässe, Impfausweise und Chip-Registrierung.
Die Kontrolleure sehen
gern weg
Fliegt ein Transport auf, droht höchstens die Beschlagnahmung
und eine Geldstrafe, denn Tiere werden nach den für Sachen geltenden
Vorschriften behandelt. Zudem sehen die Kontrolleure gern weg. Die Tierheime,
die die konfiszierten Tiere aufnehmen müssten, wären dem Ansturm nicht
gewachsen.
So hat niemand ein Interesse, das lukrative Geschäft zu
stoppen. Geschätzte fünf Milliarden Euro geben die Deutschen pro Jahr für die
Hundehaltung aus.
Wie teuer das vermeintliche Schnäppchen kommen kann,
merken viele erst, wenn sich ihr neuer Liebling zu Hause auf dem Teppich
erbricht. Im Preis sind oft Durchfall, Staupe, Parvovirose enthalten, gratis
gibt's Zwingerhusten, Bakterien, Leberentzündung dazu.
Sandra Meier
aus Danndorf hat drei Tage lang zusehen müssen, wir ihr Mops Maja vor ihren
Augen qualvoll verendete. Sie hatte die schwarze Hündin in einem dieser
Internetanzeigenportale gefunden, irgendwo bei Ebay, quoka.de et
cetera.
Der Verkäufer gab sich als Züchter aus, und weil der Preis mit
590 Euro reell war, schöpfte sie keinen Verdacht. Auch nicht, als der
Verkäufer vorschlug, sich am Bahnhof zu treffen, weil seine Adresse im Navi
nicht verzeichnet sei. Dort zog er dann den Hund aus einem Karton, kassierte
das Geld und rauschte ab - kein Kaufvertrag, kein Impfausweis. Später
stellte sich heraus: Sein Name war falsch, die Handy-Nummer stillgelegt, und
er besorgte Hunde aller Rassen aus dem benachbarten Polen.
Zu Hause
baute die Hündin nach wenigen Stunden ab. Sie hatte Durchfall und erbrach
sich. Selbst Infusionen konnten das Tier nicht mehr retten, es starb nach
vier Tagen.
Nun suchte Sandra Meier lokal weiter. In einer Zeitung sah
sie einen Golden Retriever inseriert, angeblich von einer Züchterin. Meier
kaufte Fine für 990 Euro, geimpft und entwurmt. Doch diesmal wollte sie
Papiere. Das kostete eigentümlicherweise 220 Euro mehr. Als die Ahnentafel
zwei Wochen später zugeschickt wurde, glaubte Meier an einen üblen Scherz:
Das Papier war verziert mit kitschigen Comic-Hunden, die Namen der Ahnen
waren frei erfunden, und der ausstellende Verband existiert gar
nicht.
"Wir stellen fest, dass auch immer mehr Deutsche im
Welpenhandel mitmischen", erklärt Birgitt Thiesmann von Vier Pfoten. Händler
und findige Privatpersonen decken sich in Polen oder auf dem ungarischen
Welpenmarkt in Monor mit Hunden ein, die sie daheim, als Züchter getarnt,
verkaufen. Das einzige Mittel gegen den unseriösen Hundehandel wären stärkere
Kontrollen und härtere Strafen. Doch dazu kann sich die Europäische Union
bislang nicht aufraffen.
Bleibt den Hundeliebhabern nur, beim Kauf
aufzupassen: Empfohlen wird, den Hund schon als Welpen mehrfach zu besuchen
und darauf zu bestehen, die Elterntiere zu sehen. Auch wer mehrere Rassen
anbietet, gilt als verdächtig. Vor Spontankäufen aus Mitleid sollte man sich
tunlichst hüten, sagt Thiesmann: "Damit heizt man nur den
Wühltisch-Welpenmarkt an."
Quelle SPIEGEL: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,697886,00.html
6.5.2010 ...weitere Zusammenhänge und Kreisläufe.
http://www.polizei.bayern.de/mittelfranken/news/presse/aktuell/index.html/115270
Geboren um zu leiden - Ein Hundeleben in der Gitterbox
Die English Bulldogge Fortuna kommt aus Käfighaltung. Aus einer Zuchtstation,
wo kleine Hunderassen in kleinen Käfigen gehalten werden. Die Boxen aus manchmal
verdreckten und durchweg verrosteten Gitterstäben werden übereinander gestapelt
zu Türmen, daneben noch ein Turm und noch einer, die ganze Wand entlang. So
können Hunderte von Hunden auf kleinstem Raum untergebracht werden. Wenn die
Hunde Glück haben, ist der Boden der Gitterbox geschlossen und mit einem Stück
Teppich oder ein bisschen Stoff ausgelegt. Wenn sie Pech haben, müssen sie ihr
Leben lang mit ihren weichen Pfoten auf den schmalen rostigen Gitterstäben
balancieren. Kot und Urin suchen sich ihren Weg nach unten und laufen einfach
eine Etage tiefer. Wenn es ganz schlimm kommt, sind in jeder Box zwei, manchmal
sogar drei Hunde untergebracht. Ganze Welpenwürfe werden in den Käfigen eng
zusammen gepfercht. Oft können sich die Hunde gar nicht umdrehen, ohne über die
anderen zu steigen. Fortuna war Zuchthündin und hat ihr ganzes Leben in solch
einer Box verbracht.
Als Fortuna gerettet wurde, war sie zwei Jahre alt und nur noch ein Häufchen
Elend. Sie wog gerade mal 14 kg und war kaum so groß wie ein Mops. Und sie
konnte nicht laufen. Stattdessen robbte sie auf ihrem Oberkörper vorwärts. Auch
sonst konnte sich die kleinwüchsige Bulldogge kaum bewegen. Ihre Vorderbeinchen
waren eingeknickt und zeigten das so genannte Entenfüßchen-Syndrom. Solche
Deformierungen können auftreten, wenn in der Wachstumsphase Mangelernährung und
Bewegungsmangel zusammentreffen und die Gelenke zu wenig Nährstoffe bekommen.
Die Hunde können dann vor Schwäche ihr eigenes Gewicht nicht halten und knicken
immer mehr auf ihren Pfoten ein, bis sie, anatomisch gesehen, auf der „flachen
Hand“ laufen - auf so genannten „Entenfüßen“.
Fortunas Hinterläufe waren außerdem merkwürdig verdreht, sie benutzte sie
fast gar nicht. Ein Beinchen sah seltsam verbogen aus, das andere stellte sich
beim Aufstehen quer. Wie sich später herausstellte, kann Fortuna ihre
Kniegelenke überhaupt nicht beugen, ihre Hinterbeinchen sind völlig steif. Auch
die unbehandelten Krallen behinderten einen festen Stand, weil sie viel zu lang
gewachsen waren und sich aus Platzmangel hoch stellten, wenn Fortuna ihre Füße
auf den Boden setzte. Mit ihren Augen war auch etwas nicht in Ordnung. Das Auge
schaut gerade aus, während sich das andere zur Seite wegdreht. Ihr linkes Auge
war gereizt und entzündet. Der kleine Hundepo war bei ihrer Ankunft quittegelb,
weil die Arme ständig in ihrem eigenen Urin liegen musste. Sie ist inkontinent
und hat keinen Einfluss auf das Absetzen von Kot und Urin.
Selbst für hartgesottene Tierschützer war der Anblick von Fortuna schwer zu
ertragen, wenn sie sich auf ihre wackeligen Beinchen stellte und die Retter
vertrauensvoll mit entzündeten Augen anblickte. In der Pflegestelle angekommen,
blühte die kleine Hündin langsam auf. Sie wurde gebadet und nahm dann auf ein
paar Handtüchern Platz. Dort zog sie mit ihrem Mäulchen die Handtücher zu einer
kleinen Insel zusammen. Von hier aus streckte sie die erste Zeit vorsichtig ihr
Köpfchen über den Rand und guckte um sich, zog ihn sofort zurück, wenn sie
unsicher wurde.... Langsam lernte sie, dass ihre neue Welt größer war und nicht
mehr gefährlich. Die langen Krallen wurden geschnitten, das Auge medikamentös
mit Salbe behandelt. Und schon am nächsten Tag machte sie Kontakt zu den anderen
Hunden und robbte aufgeregt von einem zum anderen.
Ihre ersten kleinen Schritte machte sie einige Zeit später bei einem kurzen
Miniausflug in die freie Natur. Ganz vorsichtig stellte sie ein Beinchen vor das
andere, wunderte sich fast selbst, dass sie vorwärts kam und genoss die
ungewohnte Bewegung sichtlich. Plötzlich saß Fortuna in einer Ackerrinne fest.
Sie hockte auf dem Po, die Beinchen nach vorne gestreckt und konnte nicht mehr
hoch. Die Rinne war kaum 20 cm tief. Zuhause schläft Fortuna sehr viel und man
bemerkt sie kaum. Ihr Handicap hat sie mittlerweile besser im Griff. Sie kann
aufstehen und ganz langsam ihr Ziel anvisieren, dabei setzt sie vorsichtig ein
Beinchen vor das andere, belastet aber immer noch nicht richtig. Ob sie
Schmerzen hat, ist nicht zu sagen. Ein Röntgenbild zeigte die massive Zersetzung
der Oberschenkelköpfe, die zum Teil schon abgebröckelt sind, und das völlige
Fehlen von Hüftgelenkspfannen. Kein Wunder, dass Fortuna nicht richtig laufen
kann. Auf dem Grundstück albert und hoppelt sie trotz allem fröhlich mit den
Hunden herum. Das ist wichtig für die kleine Hündin, denn damit kann sie
Muskulatur aufbauen und ihre kaputten Gelenke entlasten.
Fortunas Nasenlöcher sind zu eng und deswegen dauernd verschleimt. Die
Pflegefamilie hilft mit täglichen Kochsalzinhalationen, der Zustand der Nase
verbessert sich von Tag zu Tag. Auch das Auge erholt sich, ein kleines Loch in
der Hornhaut schließt sich langsam. Wegen der Wachstumsstörungen der noch jungen
Hündin werden ein Rachitis-Präparat und Muschelextrakte gegeben. Im Rudel
kuschelt sie gern und buckt bei den größeren Hunden an. Oft muss sie getragen
werden, weil sie nicht so viel laufen kann. Noch ist ihr Wesen eher ängstlich
und unterwürfig, aber so langsam deutet sich an, dass es auch noch eine andere
Fortuna gibt, die sicher irgendwann zum Vorschein kommt. Fortuna wird nie ganz
gesund werden. Aber sie ist ein kleiner Sonnenschein, der sich jeden Tag das
Leben neu erobert.
Jeder Arztbesuch ist für die kleine Hündin weiterhin der absolute Horror.
Beim Versuch, die Hündin tierärztlich zu untersuchen, fürchtet sie sich fast zu
Tode. Während einer Untersuchung kollabierte sie vor lauter Angst, sie atmete
nicht mehr, der Bauch krampfte und dann sackte sie zusammen. Der Arzt musste
eingreifen, um sie ins Leben zurückzuholen. Fortuna hat panische Angst vor
Männern. Kaum auszudenken, was der kleinen Hündin alles in ihrem Leben
widerfahren ist. Ihre Genitalien weisen untypische Verletzungen auf. Diese
können von einem Missbrauch herrühren oder „nur“ von roher Gewaltanwendung bei
dem Versuch, die unwillige Hündin zu decken. Weder das eine noch das andere kann
bewiesen werden.
Wie viele von Fortunas Vorfahren auch schon in solchen Mini-Käfigen gehalten
wurden, weiß keiner. Die Deformationen haben sie jedenfalls von einer Generation
an die nächste weitergegeben. Inzucht und die hemmungslose Ausbeutung der
kleinen Körper durch ständige Geburten schon von klein auf an tun ihr Übriges.
Zu Recht werden solche Hundefabriken als Qualzuchten gebrandmarkt. Bei der
Kastration einige Wochen später stellte der Tierarzt fest, dass die erst
zweijährige Hündin schon mehrere Kaiserschnitte über sich ergehen lassen musste.
Ihr Muttermund war deformiert und schlaff, die Gebärmutter entzündet und die
Eierstöcke mit Zysten übersäht. Folge eines erst so kurzen Lebens als
Zuchtmaschine in einer Billigwelpenproduktion.
4.5.2010 Zusammenhänge....? Kreisläufe ....? Lösungen ...?
Billige Rassehundewelpen aus dem Osten, nur wenige Wochen alt und in
winzigen Käfigen zusammengedrängt . Sie hatten weder genügend, noch in der Eu
gültige Papiere . Ein derartiger Transport konnte heute am Wiener Flughafen
gestoppt werden.
Die Welpen sollten nach Spanien geflogen werden . Dort wären sie
am Markt oder in der Zoohandlung billig verkauft worden . Welpen der
unterschiedlichsten Rassen, habe ich in winzigen Glaskästen in diversen
spanischen Zoohandlungen "ausgestellt " gesehen. Zu eng, zu klein um sich
umzudrehen. Und von der seelischen Verfassung, in die ein solch armes Tier
dadurch kommt, ganz zu schweigen.
Abgeliebt, landen sie nach oft schon kurzer Zeit in einer der vielen
Perreras, wo sie nur noch auf den Tod warten. Haben sie Glück und gehören zu den
wenigen Glücklichen, werden sie von Tierschützern aus den Perreras geholt. Dann
werden sie wohl zu ersten Mal in ihrem Leben ordentlich geimpft , gechipt und
wird ein Mittelmeertest gemacht. Findet sich eine verantwortungsvolle
Familie , dann treten sie ihre Reise in eine bessere Zukunft an. Diesmal
allerdings mit gültigem Eu Pass und nicht billig .
Freitag , 23.4. 2010
Neben düsteren Gedanken, die Tierarztrechnung hat einen unvorstellbaren
Betrag ergeben, (Operation von Julchen, die Medikamente für
Katie, eine Augenoperation , Antibiotika, Kastrationen und und
und....) gibt es auch glückliche Fügungen.
So konnte ich am Montag in Rosenheim sehr tierliebe und vor allem sehr
verantwortungsvolle Menschen kennenlernen, die einer armen Schäferhündin, die
völlig unschuldig im Tierheim sitzt , ein Zuhause geben werden. Es handelt sich
um Schäferhündin Santa, die seit Monaten auf ihre Chance wartet. Nun
ist es soweit. Santa wird auf die Reise vorbereitet und darf in einigen
Wochen das Tierheim verlassen. Ein Tierheim in dem in den letzten Jahren
nur ein Notbetrieb möglich war. Ohne Heizung , nur notdürftige unisolierte
Hütten machten das Überleben für die Tiere schwer. Alte Hunde und Welpen hatten
es besonders schwer, die eisige Kälte des den Winter überleben zu
können. Auch die heißen Sommer waren tückisch. Aber engagierte
Tierheimmitarbeiter taten alles für die Tiere was in ihrer Macht stand.
Ein neues Tierheim ist dort im Entstehen . Und dieses Wochende wird der
erste Teil, die ersten ordentlichen Zwinger
eingeweiht.
18.4. Vulkanausbruch in Island
Vulkanausbruch in Island und nichts geht mehr. Wir sitzen fest und im
selben Boot. Was irgendwo auf diesem Planeten passiert, betrifft und
beeinflußt auch uns. Gesprochen wird von finanziellen Verlusten, es könnte
mehr bedeuten.
16.4. Warten können ......
"Früher sei alles anders gewesen", erzählte mir eine seriöse Hundezüchterin.
Da hätten die Leute auf ihren Welpen geduldig ein Jahr lang gewartet. Heute ist
es anders, keiner will warten. Und sofort muss ein Welpe her. Am
besten von der Rasse, die gerade in ist. Es kann nicht gewartet werden, denn die
Mode wechselt.
Der "Goldie" ist schon ein bisschen out und der " Labrador" gerade
in. Möpse ein derzeit begehrtes Accessoire mit dem sich, dank Massenproduktion,
auch die Hausmeisterin schmücken kann. Das dies alles fühlende
Lebewesen mit Persönlichkeit, speziellen Bedürfnissen und einer
Lebenserwartung von mindestens 14 Jahren sind , denkt Mensch nicht.
16.1. Lebende Schweine sollten in Tirol zu Testzwecken vergraben werden.
Lebendige Schweine sollten, zwar betäubt, in einer künstlichen Lawine
vergraben werden. Solange bis der Tod eintritt. Damit wollte man an den armen
Schweinen testen, wielange ein Mensch in einer Lawine überleben könnte .
Die Tatsache, dass ein Mensch, der unter einer Lawine begraben ist, so
schnell als möglich befreit werden sollte, dürfte klar sein. Da braucht es
keinen Test, sondern nur gesunden Hausverstand . Es sei denn, es sollte dabei
getestet werden, ob eventuell vor der Bergung etwaiger Lawinenopfer, noch
eine Tasse Kaffee getrunken werden könnte.
Vor kurzem habe ich ein Bild von einem Menschen gesehen, der sich
freiwillig im Eis einfrieren lies, ein Nervenkitzel, den sich Tiere
niemals unterziehen würden. Und ohne Tiere sinnlos opfern zu müssen,
könnte man sich jetzt sofort nach Haiti begeben und dort bei der Bergung
der Verschütteten helfen. Testergebnis liefert die gegeenwärtige Realität, ohne
weitere Tragödien simulieren zu müssen.
Die Überlebenden , für einige Tiere kam der Aufschrei der Tierschützer zu
spät, werden weiterleben. Tierschutzorganisationen haben bereits angeboten,
die Tiere zu übernehmenbzw. zu kaufen. Über die Bedingungen der
Schweine in der Massentierhaltung, die Tatsache, dass sie bereits mit 4
Monaten schlachtreif sein müssen und über die Tiertransporte
sollte auch gesprochen werden.
9.1.
Wuschel ist es auch heute gelungen, durch den Zaun zu schlüpfen. Und ich im
Schlafanzug unter dem Anorak, hinterdrein. Diesmal allerdings ist Wuschel
mit dranhängender Leine unterwegs . Die Schleifspuren der Leine sind im Schnee
zu sehen. Eine aufregende Wiederholung des gestrigen Tages . Und dann
sitzt Wuschel vor der Haustüre und will rein. Phhhuuu ......
8.1.
Der kleine Wuschel kann laufen . Nun, da er von seinem Filz befreit ist, hat er die Gelegenheit ergriffen und ist durch den Zaun geschlüpft. Der Straße ist er entlanggelaufen . Autos sind stehengeblieben und ein tierlieber Mensch hat ihn bergen können. Gott sei Dank, ist er heil davongekommen. Meine Hände sind allerdings verletzt. Wuschel wußte ja nicht , dass wir es gut mit ihm meinten und hat kräfig zugebissen.
7.1.
Zentimeter für Zentimeter schneide ich den winzigkleinen, völlig
verwahrlosten Hund aus seinem verfilzten Fell. Der Filz hat das Stadium eines
Panzers erreicht und bereits die Haut geschädigt. Ein Schicksal das leider
viele, der meist unüberlegt angeschafften kleinen langhaarigen Wuschelhunde
ereilt. Süss und lieb finden die Leute diese Hunde immer, von deren Bedürfnissen
ahnen sie wenig. Um die Schönheit eines langhaarigen Hundes zu erhalten muss
es gepflegt werden und/oder regelmäßig der Hundefriseur aufgesucht
werden. Gesundes Futter spielt bei langhaarigen Rassen ebenfalls eine
wichtige Rolle.

Von all dem hat der kleine Wuschelhund in seinem Leben bisher noch nichts
erfahren und auch ein Tierarzt hat ihn noch nie gesehen. Denn Wuschel war vor
einem halben Jahr als Geburtstagsgeschenk für das Kind angeschafft worden
. Bereits aus zweiter Hand sei er gewesen, wird mir erzählt und nun sei schon
alt . Vier Jahre sei er nun schon alt , sooo alt. Nun an Weihnachten war
er abgeliebt, hatte als Geburtstagsgeschenk vom Sommer nun ausgedient . Als
Abgabegrund wird eine bei dem Kind plötzlich auftretende Allergie,
genannt. "Haben Sie ein Haustier ?", hätte der Kinderarzt gefragt und als man es
bejahte, mit einem"dann aber schnell, weg damit !"beantwortet.
Ein Glück für Wuschel, denn besonders gut kann es ihm nicht ergangen sein.
Wuschel duckt sich, drückt sich in die allerletzte Ecke und zittert wie
Espenlaub als man ihn mir, ihn respektlos von oben greifend, in die Hände
drückt.
Ein kleines Häufchen Elend, verfilzt, stinkend, ängstlich und völlig
verstört.
19.8.
Muss mal wieder neue Hausschuhen kaufen .Die Aktuellen hat Joy, Golden Retriever und ehemalige Zuchthündin heute nacht angefressen. Warum , weshalb ? Na , es schmeckt ihr einfach, eine unbekannte Delikatesse nach 5 Jahre Käfighaft . Sie war für Welpenproduktion zuständig und als sie unrentabel wurde, d.h. nicht mehr genug Welpen produzieren konnte, hat man sie in der Tötungstation entsorgt. .
Eine beherzte Tierfreundin hat sie von dort befreit und nun holt sie alles nach , was es zum Nachholen nach 5 Jahren gibt...auch das Anfressen meiner Hausschuhe !
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